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Panorama Warnung vor heftiger zweiter Schweinegrippe-Welle
Mehr Welt Panorama Warnung vor heftiger zweiter Schweinegrippe-Welle
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17:52 04.05.2009
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Quarantäne-Station im Hamburger Universitätsklinikum Quelle: Lija Peter/ddp
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Nach Angaben der WHO stieg die Zahl der bestätigten Fälle weltweit auf über 1000.

„Wir hoffen zwar, dass das Virus sich totläuft“, sagte Chan der „Financial Times“. Eine zweite Schweinegrippe-Welle könne jedoch jederzeit „mit aller Macht“ zuschlagen. „Ich sage jetzt nicht, dass eine Pandemie losbricht“, betonte die WHO-Chefin. Sie treffe aber „lieber zuviel als keine Vorsorge“.

Wie die WHO am Montag mitteilte, sind 1003 Influenza A (H1N1)-Fälle in 20 Ländern bestätigt. Vorerst will die Organisation aber weiter nicht höchste Pandemie-Warnstufe ausrufen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte in New York, es gebe noch „viele Unbekannte“ bei der Schweinegrippe.

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) rief zu Wachsamkeit auf. Die Zahl der bestätigten Fälle in Deutschland liege nach wie vor bei acht und den Patienten gehe es gut, sagte RKI-Präsident Jörg Hacker in Berlin. Es müsse aber auch in Deutschland mit weiteren Fällen gerechnet werden. Geprüft würden noch zehn Verdachtsfälle.

Hacker warnte, es müsse damit gerechnet werden, dass sich das Virus A/H1N1 möglicherweise weiter verändere und zum Beispiel stärker krank machen könnte als derzeit. Dies sei noch Spekulation, die Gefahr müsse aber ernstgenommen werden, sagte der RKI-Chef. Wann die Krankheitswelle abebben wird, kann nach Hackers Einschätzung nicht seriös vorhergesagt werden. Zur besseren Vorbeugung und Bekämpfung der Infektionskrankheit müssen Ärzte hierzulande seit Sonntag neue Verdachts- und Erkrankungsfälle dem Gesundheitsamt melden.

Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) warnte vor der Übertragung des neuen Influenza-Virus auf Schweine. Betriebsfremde und Menschen, die sich mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert haben könnten, dürften keinen Zutritt zu Tierbeständen erhalten, erklärte Institutspräsident Thomas Mettenleiter. Die Welternährungsorganisation (FAO) in Rom rief zu einer „genauen Überwachung“ der weltweiten Schweinebestände auf. Am Wochenende hatten die Behörden in Kanada bestätigt, dass dort ein Landwirt seine Schweine mit dem Virus A/H1N1 angesteckt hatte.

In Mexiko, dem Ausgangsland der Schweinegrippe, stieg die Zahl der an dem Virus gestorbenen Menschen nach Behördenangaben auf 26 an. Die mexikanische Regierung gab sich aber zuversichtlich, die Epidemie zu bewältigen. Ab Mitte der Woche sollten in der Hauptstadt Mexiko-Stadt Museen, Restaurants und andere im Kampf gegen die Epidemie geschlossene Orte schrittweise wieder geöffnet werden.

afp