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Panorama Vulkan in Island spuckt weiter Asche
Mehr Welt Panorama Vulkan in Island spuckt weiter Asche
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19:51 23.05.2011
Der Vulkan in Island spuckt weiter Asche. Quelle: dpa
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Im Vorjahr hatte der Ausbruch des Eyjafjallajökull die Flugzeuge tagelang auf den Boden gezwungen.

Am Montag war die Intensität der vulkanischen Aktivität „abnehmend, aber immer noch heftig“, sagte der Meteorologe Magnus Gudmundsson von der Universität Reykjavik. Zu Beginn der Eruption waren 10.000 bis 20.000 Tonnen Asche pro Sekunde bis zu 25 Kilometer hoch in den Himmel geschleudert worden, von Tausenden Blitzen begleitet, die entstehen, wenn der Rauch so hoch steigt, dass das darin enthaltene Wasser friert. Am Montag betrug die Eruption noch 1000 bis 2000 Tonnen Asche pro Sekunde, die Rauchsäule maß zehn bis zwölf Kilometer und war damit immer noch höher als die des Eyjafjallajökull am Höhepunkt von dessen Ausbruch. Doch da die Asche diesmal gröber und schwerer ist, wird sie von den Winden nicht so weit mitgetragen.

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Islands wichtigster Flughafen Keflavik, der seit Sonntag geschlossen war, sollte am Montagabend wieder geöffnet werden. Teile des isländischen und grönländischen Luftraums waren gesperrt, die norwegische Insel Spitzbergen konnte nicht angeflogen werden. Transatlantikflüge zwischen Nordeuropa und Nordamerika müssen das Sperrgebiet südlich umrunden und dauern daher eine Stunde länger. Langsam weht die Aschewolke auch wieder nach Europa: Am Dienstag soll sie Schottland erreichen, bis Donnerstag auch Westfrankreich und Nordspanien.

Während der isländische Vulkanologe Reynur Bödvarsson meint, dass ein Ende der Eruption nicht abzusehen sei und die Folgen langfristig „noch schlimmer als im Vorjahr“ sein könnten, glauben die meisten seiner Kollegen, dass der Grimsvötn nur in „begrenztem Umfang“ zu Störungen führen wird. „Die Erschütterungen gehen zurück, die vulkanische Aktivität ist viel geringer als gestern“, sagte Rikke Pedersen, die Chefin des Zentrums für Vulkanologie an der Universität Reykjavik. Meteorologe Rune Selbekk glaubt, dass der Vulkan „das meiste Pulver schon verschossen“ habe, warnt aber: „Vulkane können tückisch sein, ihnen darf man nie trauen“.

Hannes Gamillscheg