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Panorama Vor allem sexy: Fashion Week startet in Berlin
Mehr Welt Panorama Vor allem sexy: Fashion Week startet in Berlin
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10:19 03.07.2017
Ein Model präsentiert die Kollektion von Lena Hoschek. Die gebürtige Österreicherin ist mittlerweile Stammgast auf der Fashion Week. Quelle: dpa
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Berlin

Paris, Mailand oder London spielten schon immer in einer anderen Liga. Das hat mittlerweile auch Berlin begriffen. Die 20. Ausgabe der Berliner Modewoche steht deshalb ganz im Zeichen des Imagewandels. Mit kreativen Nachwuchsdesignern, Öko-Mode und High-Tech versucht sich Berlin nun ein eigenes, unverwechselbares Image zu schaffen. „Zukunftsschmiede statt Glitzerwelt“, lautet das Motto.

Von Dienstag bis Freitag (4. bis 7. Juli) zeigen mehr als 3500 Aussteller die neuen Trends für Frühling und Sommer 2018. Fast ein Dutzend Messen besetzen die Hotspots der Stadt. Über 70 Modeschauen sowie zahllose Plattformen, Showrooms, Parties und Events wetteifern um Promis und Möchtegern-Promis. Mindestens 100.000 Fachbesucher werden erwartet. Und doch sind die Veränderungen schon jetzt zu spüren.

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Große Namen fehlen

Die eleganten Laufstegschauen am Brandenburger Tor, einst das Herzstück der Modewoche, ziehen erneut ins bescheidenere Kaufhaus Jandorf in Berlin-Mitte. Mit dabei wichtige Namen – etwa Ewa Herzog, Lena Hoschek, Laurèl, Anja Gockel, Malaikaraiss, Holy Ghost und Dorothee Schumacher. Aber die ganz großen internationalen Player fehlen erneut. Kein Wunder, wenn sich in Paris sich zur gleichen Zeit alles um die Mode dreht.

Für die nächste Saison hat Mercedes-Benz als langjähriger Hauptsponsor der Schau ein neues Format angekündigt. Der Stuttgarter Autobauer will sich mehr der Nachwuchsförderung widmen und ist deshalb schon im Mai dem Fashion Council Germany beigetreten, einem Zusammenschluss, der aufstrebende deutsche Designer fördert.

Bread & Butter ist auch abgesprungen

Bereits abgesprungen ist die Bread & Butter, die viele Jahre am früheren Flughafen Tempelhof mit tragbarer Alltagsmode ein Besuchermagnet war. Nach der Pleite von Modekönig Karl-Heinz Müller hat der Onlinehändler Zalando das Logo übernommen und plant, unabhängig von der Fashion Week, im Herbst ein „Festival of Style and Culture“, das für das allgemeine Publikum zugänglich sein soll.

„Derzeit werden komplette Kollektionsrhythmen und internationale Termine in Frage gestellt und neu definiert“, sagt Nowadays-Geschäftsführer Markus Kurz, Co-Initiator des Berliner Mode Salons, der sich ebenfalls auf die Nachwuchsförderung konzentriert. „Vielleicht spielen uns diese Komponenten in die Hand und erlauben eine unabhängige Neupositionierung. Berlin hat eine echte Chance!“

Schon seit einiger Zeit in der Hauptstadt stark vertreten ist die Öko-Mode – angefangen vom Greenshowroom mit eleganter, nachhaltiger Qualitätskleidung bis hin zu Textilexperimenten mit Milch, Plastikmüll oder neuen Wunderfasern.

Die Freiheit wächst

Die Premium, die sich als internationale Leitmesse für das gehobene Modesegment versteht, lädt zu einer Fashiontech-Konferenz. „Berlin funktioniert als digitaler Durchlauferhitzer, als Inkubator für Startups, neue Unternehmensformen und neue Produkte“, sagt die Chefin der Premium Group, Anita Tillmann. „Die Freiheit, Ungewöhnliches auszuprobieren und Neues zu entwickeln, ist hier sehr groß.“

Auch dem Land kommt das Selbstbewusstsein der Branche zugute. Mehr als 2500 Unternehmen sind inzwischen hier im Modebereich tätig, die Umsätze liegen bei 4,3 Milliarden Euro im Jahr. Allein die Modewoche bringt eine zusätzliche Wirtschaftsleistung von mehr als 120 Millionen Euro, rechnet die Senatsverwaltung vor.

„Die Fashion Week ist eine bedeutende Leitveranstaltung für Berlin wie in anderen Bereichen die IFA oder die Berlinale», sagt die neue Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). «Berlin hat sich als junge und innovative Modemetropole etabliert.“

Von dpa/nl/RND

Der Artikel "Vor allem sexy: Fashion Week startet in Berlin" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

03.07.2017
03.07.2017