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Panorama Vom Prügelhelden zum Koch
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11:29 31.10.2009
Schauspieler und Allroundtalent: Bud Spencer wird am Sonnabend 80 Jahre alt.
Schauspieler und Allroundtalent: Bud Spencer wird am Sonnabend 80 Jahre alt. Quelle: ddp (Archiv)
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Als Kaiser Neros Prätorianer in „Quo vadis?“ hat der gebürtige Neapolitaner Carlo Pedersoli 1951 seine Kinokarriere begonnen. Für diese Komparsenrolle waren gut gebaute Männer gefragt, und Pedersoli als Profischwimmer, als Olympiateilnehmer und elfmaliger italienischer Meister im Freistil hatte die Statur dazu.

Die große Zeit des studierten Juristen begann aber erst 1967, als er bei den Dreharbeiten zum Italowestern „Gott vergibt, wir beide nie!“ auf den zehn Jahre jüngeren Mario Girotti traf. Als Bud Spencer und Terence Hill mischten die beiden Italiener die Szene der Spaghetti-Western auf, und weil sie im Gespann über ein umwerfendes komödiantisches Talent verfügten, gelangen ihnen geradezu historische Parodien: „Vier Fäuste für ein Halleluja“ oder „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ beispielsweise – unter insgesamt 17 gemeinsamen Filmen, die zum Teil zweifach ins Kino gelangten: als Western und dann als ihre eigene Parodie.

Spencer gab den phlegmatischen, bärbeißigen Haudrauf mit dem selig-naiven Kinderlächeln und dem goldenen Herzen; Hill, das war der Agile, Drahtige mit den stahlblauen Augen. Beide haben sie ihre Karriere danach eigenständig und sehr aktiv fortgesetzt – zumeist als Helden in Fernsehserien und ganz ohne zünftige Prügeleien –, aber Spencer Pedersoli beklagte lange Zeit, sie seien von der einheimischen Kritik einfach nicht beachtet worden: „Trotz unserer großen Erfolge – in Italien existieren wir einfach nicht.“

Doch Pedersoli war nicht nur auf der Leinwand aktiv: Er schrieb Drehbücher, komponierte und sang neapolitanische Lieder, er erfand die Einmalzahnbürste mit integrierter Zahnpasta und gründete – als begeisterter Hubschrauber- und Jet-pilot – die Luftfahrtgesellschaft „Mistral Air“, welche heute im Besitz der italienischen Post und im Auftrag des Vatikans ihr Geschäft mit Pilgerreisen macht. Dem Gründer, er ist aktiver Katholik, ist das nicht unrecht.

Dem Film ist Pedersoli treu geblieben. Eine elfteilige Fernsehserie über „Die Verbrechen des Kochs“ soll im Frühjahr ins italienische Fernsehen kommen. Produziert wird sie von Pedersolis Sohn Giuseppe. Und weil das alles ein bisschen eilt – die gesamte Familie reist schon am Montag zum nächsten Drehtermin nach Ischia –, fällt die Geburtstagsfeier recht knapp aus. „Bestimmt“, sagt Ehefrau Maria Amato, „schlagen wir keine Purzelbäume. In unserem Alter vergnügen wir uns mit einfachen Dingen.“

von Paul Kreiner