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Panorama Vier Menschen sterben auf A 1 und A 7
Mehr Welt Panorama Vier Menschen sterben auf A 1 und A 7
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19:48 15.11.2011
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Stuhr/Walsrode

Die A 1 war bis zum Nachmittag in Richtung Hamburg voll gesperrt. Es bildeten sich kilometerlange Staus, auch die Umleitungsstrecken waren stundenlang verstopft. Fahrer sehr großer Zugmaschinen, die auf der Autobahn nicht wenden konnten, mussten zwölf Stunden in ihren Fahrzeugen ausharren. Helfer vom Deutschen Roten Kreuz versorgten sie mit Essen und heißen Getränken.

Wie ein Sprecher der Polizei Delmenhorst sagte, war zwischen dem Dreieck Stuhr und der Anschlussstelle Bremen-Brinkum gegen 2.30 Uhr ein Schwertransporter wegen einer defekten Sattelzugmaschine auf der Standspur liegengeblieben. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Wildeshausen sperrten den Bereich ab und stellten Warnschilder auf.

Obwohl auf den Tafeln des elektronischen Verkehrsleitsystem bereits zwei Kilometer vor der Stelle vor der Sperrung des rechten Fahrstreifens gewarnt wurde, auf dem Standstreifen zudem eine Tafel mit einem blinkenden LED-Pfeil installiert war und einige hundert Meter später ein Anhänger mit blitzenden Lampen auf der gesperrten Fahrspur stand, fuhrt ein Sattelschlepper nahezu ungebremst auf ein Fahrzeug der Autobahnmeisterei. Der Kleinlastwagen, in dem ein 30-jähriger und sein 47 Jahre alter Kollege saßen, wurde auf einen Streuwagen geschoben und völlig zerstört. Die beiden Männer starben noch an der Unfallstelle. Der Gesamtschaden soll im hohen „fünfstelligen Bereich“ liegen.

Bei der Autobahnmeisterei Wildeshausen ist dies der erste tödliche Unfall seit mehr als 20 Jahren. „Das Entsetzen bei den Kollegen ist groß, sie müssen den Schock erst mal verarbeiten“, sagte Joachim Delfs von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. „Der tragische Unfall hat uns schwer erschüttert.“ Es sei rätselhaft, warum der Fahrer des Sattelschleppers die auffälligen Warnhinweise übersehen konnte, sagte Delfs.

Bei der Polizei hieß es, der Fahrer, ein 41-Jähriger aus Soest in Nordrhein-Westfalen, sei vermutlich unaufmerksam gewesen. Vielleicht hätte er aber auch gesundheitliche Probleme gehabt. Bislang ist der Mann nicht vernehmungsfähig. Er war bei dem Unfall schwer verletzt worden und liegt jetzt im Krankenhaus.

Auch auf der Autobahn 7 bei Walsrode gab es in der Nacht zu Dienstag einen tödlichen Unfall. Zwei Frauen starben, drei Männer wurden verletzt. Die Autobahn Richtung Hannover war bis 7.30 Uhr gesperrt, danach wurde der Verkehr einspurig an der Unfallstelle vorbeigeführt. Die Autos stauten sich kilometerlang. Nach Polizeiangaben hatte ein 48-jähriger Fahrer aus Mazedonien seinen Sattelzug gegen 1.40 Uhr in einer Nothaltebucht rechts neben dem Standstreifen gestoppt, um eine Pause zu machen. Um 2.16 Uhr kam ein Kleinbus mit Anhänger aus bisher ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab und prallte gegen den Sattelauflieger. Die Insassen, zwei Ehepaare aus Bulgarien, waren auf dem Weg von Dänemark nach Hause. Eine 36-jährige Frau und ihre Freundin, deren Alter nicht bekannt ist, waren sofort tot. Der 50-jährige Fahrer und der zwei Jahre ältere Beifahrer erlitten schwere Verletzungen. Der 24-jährige Beifahrer im Sattelzug aus Mazedonien, der in seiner Koje geschlafen hatte, wurde bei dem Zusammenstoß aus dem Lkw geschleudert und leicht verletzt. Es entstand ein Schaden von 25 000 Euro.

Saskia Döhner