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Panorama Viele Unfälle auf spiegelglatten Straßen
Mehr Welt Panorama Viele Unfälle auf spiegelglatten Straßen
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21:16 10.02.2010
Von Karl Doeleke
20.000 Liter vergossene Milch: Die verunglückte Zugmaschine eines Tankwagens steht am Mittwoch in den Mittelschutzplanken der A 7 im Kreis Harburg. Quelle: dpa
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Die Polizei im Kreis Rotenburg berichtete außerdem von genervten Autofahrern, die sich über unpassierbare Straßen beschwert hätten. In Zeven stritten sich Nachbarn den Angaben zufolge über die Räumung einer Straße: Die eine Nachbarin hatte die Fahrbahn von Schnee befreit, die andere beförderte ihn zurück auf die Straße. „Offensichtlich gibt es zunehmend Probleme, den Schnee zu lagern“, schloss die Polizeiinspektion Rotenburg daraus.

Auf der Autobahn 7 im Kreis Harburg ergossen sich am Mittwochmorgen 20.000 Liter Milch auf den Asphalt. Der Fahrer eines Tankwagens war nach einem Ausweichmanöver über sämtliche Spuren der Fahrbahn in Richtung Süden geschlittert und hatte in Höhe Egestorf die Mittelleitplanke durchbrochen. Die Strecke in Richtung Hannover musste bis in den Nachmittag gesperrt werden. Wenige Stunden zuvor war die A 7 bereits bei Hildesheim über mehrere Stunden nicht passierbar gewesen. Gleich zwei Sattelschlepper hatten sich quergelegt.

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Auf der Autobahn 2 im Kreis Helmstedt wurde der Fahrer eines Lkw am Mittwochmorgen schwer verletzt. Er war mit seinem Lastwagen in die Mittelleitplanke geprallt und umgekippt. Ein weiterer Sattelschlepper konnte nicht mehr ausweichen und fuhr ebenfalls in die Unfallstelle. Der erste Lkw verlor mehrere Tonnen geschredderten Metallschrotts. Es entstand laut Polizei ein Schaden von 500.000 Euro. Der Verkehr staute sich über mehrere Stunden.

Die A1 im Landkreis Oldenburg war bereits von Dienstagnachmittag an bis in die Nacht zum Mittwoch in Fahrtrichtung Bremen nicht mehr passierbar gewesen. Rettungskräfte verteilten Tee und Decken.

Die dichte Schneedecke macht zunehmend auch den Wildtieren zu schaffen. Hirsche und Rehe finden unter dem hohen, verharschten Schnee nicht mehr genügend Futter. Deswegen wurde in mehreren Landkreisen im Süden des Landes die sogenannte Notzeit ausgerufen. Das bedeutet, dass Jäger und Förster verpflichtet sind, das Wild zu füttern. Unter anderem gilt diese Regelung in den Kreisen Göttingen, Northeim, Goslar und Osterode. Bereits seit einer Woche wird auch das Wild im Kreis Lüchow-Dannenberg gefüttert. Eine Notzeit wird nur in Extremfällen ausgerufen, wenn die Tiere über einen längeren Zeitraum nicht mehr genügend Futter finden.

Der Mittwoch war laut Nachrichtenagentur dpa der 56. Tag in Folge, an dem Schnee in Niedersachsen lag. Laut Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes wird er auch so schnell nicht schmelzen. Für die kommenden Tagen sind weitere Schneefälle vorausgesagt.