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Panorama Verschwundene Maria: Prozess gegen älteren Begleiter
Mehr Welt Panorama Verschwundene Maria: Prozess gegen älteren Begleiter
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20:05 07.05.2019
Verschwundene Maria: Prozess gegen älteren Begleiter Quelle: Patrick Seeger/dpa
Freiburg

Im Fall der mehr als fünf Jahre lang verschwundenen Maria aus Freiburg beginnt am Mittwoch der Prozess gegen den langjährigen Begleiter des Mädchens. Der heute 58 Jahre alte Mann aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen muss sich vor dem Landgericht Freiburg verantworten. Ihm werden Kindesentführung und sexueller Missbrauch der mittlerweile zurückgekehrten Maria zur Last gelegt.

Er war der Anklage zufolge im Mai 2013 mit der damals 13-Jährigen ins Ausland gegangen, ohne dass deren Eltern von dem Plan wussten oder einverstanden waren. Zudem habe er das rund 40 Jahre jüngere Mädchen mehrfach sexuell missbraucht.

Maria H sagt, der Mann habe sie manipuliert und bedrängt

In einem Interview mit dem Sender RTL sagte Maria H, der Mann habe sie manipuliert und bedrängt, nachdem sie ihn im Internet kennengelernt hatte. Sie sei zwölf gewesen und habe ihm die Probleme mit ihrer Mutter anvertraut. Seine Lösung: Mit ihm zusammen wegrennen. „Ich habe nie daran gedacht, was ich meiner Mutter damit antue“, sagt Maria heute.

Der Mann war im September vergangenen Jahres in Italien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden. Er sitzt in Untersuchungshaft. Maria war zuvor überraschend zu ihrer Mutter nach Freiburg zurückgekehrt und hatte gegenüber der Polizei ausgesagt. Demnach war das Paar durch Europa gereist und hatte die vergangenen zwei Jahre gemeinsam in einer Wohnung auf Sizilien gelebt.

Mutter und Tochter haben heute ein besseres Verhältnis

„Es ist klar, dass er sich entschuldigt, allein um nicht so eine hohe Strafe zu bekommen. Ich werde versuchen dem standzuhalten und mir klarzumachen: Dieser Mensch sitzt auf der Anklagebank, weil er mir das angetan hat“, sagt die heute 18-Jährige in dem RTL-Interview.

Auch die Mutter des Mädchens kommt zu Wort: „Er hat es mir angetan, er hat es vor allem Maria angetan, er hat es der ganzen Familie angetan – das kann man nicht entschuldigen.“ Die beiden hätten heute ein besseres Verhältnis und würden die Vergangenheit gemeinsam aufarbeiten.

Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage geplant. Ein Urteil soll es Ende Juni geben.

Von RND/dpa/msk