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Panorama Vernehmung von Prinzessin Caroline beantragt
Mehr Welt Panorama Vernehmung von Prinzessin Caroline beantragt
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16:45 24.09.2009
Prinz Ernst August und seine Ehefrau Prinzessin Caroline von Monaco Quelle: ddp (Archiv)
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Dies schließe Prinzessin Caroline ein. Der Welfenprinz steht nach einer Attacke auf einen Hotelier in Kenia wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Hildesheim.

Auch aufgrund der Aussage seiner Ehefrau hatte Ernst August die Neuauflage des Prozesses erreicht. Im Wiederaufnahmeverfahren hatte Prinzessin Caroline unter Ausschluss der Öffentlichkeit angegeben, ihr Mann habe dem Hotelier lediglich zwei Ohrfeigen verpasst. Das Opfer sprach dagegen von schweren Verletzungen und zahlreichen Faustschlägen mit denen der Angreifer ihn attackiert habe. In einem ersten Verfahren war der Prinz 2004 zu einer Geldstrafe in Höhe von 445 000 Euro verurteilt worden.

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„Grundsätzlich müssen alle Zeugen in einem solchen Verfahren öffentlich vernommen werden“, sagte der Sprecher des Landgerichts, Bernd Pingel. Lediglich bei besonderen persönlichen Belangen könnte die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden. Dies sei zumeist bei Aussagen von Minderjährigen bei Sexualstraftaten der Fall. „Ein Termin für die Vernehmung der Prinzessin steht aber noch nicht fest, da die zuständige Kammer über den Antrag noch nicht entschieden hat“, betonte Pingel.

Der Anwalt des Prinzen betonte, dass die monegassische Prinzessin „angesichts der Möglichkeit einer öffentlichen Hauptverhandlung aufgrund ihrer Funktion und ihres Status in ihrem Staat auf diplomatischem Wege zu laden und zu behandeln ist.“ Dies bedeute, dass die Zeugenladung über das Auswärtige Amt oder das zuständige Konsulat laufen müsse.

Der Streitpunkt dieses Verfahrens ist, wie der Prinz zulangte und wie schwer die Verletzungen des Opfers tatsächlich waren. Einige Tatzeugen hatten ausgesagt, der Angreifer habe wie ein Boxer auf den Hotelier eingeschlagen. Die Verteidigung zweifelt diese Version an und spricht von einer Inszenierung, um ein medienwirksames Schauspiel abzuliefern und dem Prinzen zu schaden.

In der Vorwoche hatte ein Rechtsmediziner sein Gutachten aus dem ersten Prozess abgeschwächt. Damals hatte er von „potenziell lebensbedrohlichen“ Verletzungen des Opfers an der Lunge gesprochen. Der Gutachter hatte aber auch gesagt, dass die Verletzungen von stumpfer Gewalt mit einem Gegenstand herrührten. Wer für die Verletzungen verantwortlich war, konnte der Rechtsmediziner aber nicht sagen.

lni