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Panorama Verbraucherministerin Aigner sieht EHEC-Verbreitung besorgniserregend
Mehr Welt Panorama Verbraucherministerin Aigner sieht EHEC-Verbreitung besorgniserregend
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11:33 25.05.2011
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner äußerte beim Verbrauchertag ihre Besorgnis wegen der EHEC-Ausbreitung. Quelle: dpa
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Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Ausbreitung des gefährlichen Darmkeims EHEC als „besorgniserregend“ bezeichnet. „Wir können momentan noch nicht sagen, wo die Quelle ist und können deshalb auch keine neuen Fälle ausschließen“, sagte Aigner am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin anlässlich des Deutschen Verbrauchertags. Das besonders aggressive Bakterium breitet sich seit Mitte Mai in Deutschland stark aus. Worüber der Keim übertragen wird, ist noch unklar. Experten vermuten, dass ungewaschenes Gemüse der Grund für die Ansteckung sein könnte.

Der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger, erwartet ein Abflauen bei den grassierenden EHEC-Infektionen. „An sich muss das jetzt abfallen, das kann nicht weitergehen“, sagte Burger am Mittwoch am Rande einer Sitzung des Bundestags-Gesundheitsausschusses in Berlin. Eine 83 Jahre alte Frau starb beim aktuellen Krankheitsausbruch nachweislich durch die Infektion. Derzeit gibt es bundesweit mehr als 460 mögliche Fälle.

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Obwohl ein großes RKI-Team unter Hochdruck nach dem Infektionsherd sucht, sei kein einzelnes Lebensmittel als Quelle identifiziert worden. „Es war nicht ein einziges Produkt erkennbar“, sagte Burger. Gülle als Ursache sei „natürlich theoretisch eine Erklärung“, aber dafür gebe es keine Daten. Es gebe mittlerweile 130 schwere Verlaufsfälle - im Vergleich zu 60 bis 70 Fällen, die sonst im ganzen Jahr anfielen.

Da Frauen am meisten betroffen seien, liege die Interpretation nahe, dass sie sich bei der Verarbeitung von Lebensmitteln infiziert hätten. Burger sagte, möglicherweise finde man überhaupt keine eindeutige Quelle, etwa wenn die Ursache bei leicht verderblichen Lebensmitteln liege, die bereits verzehrt worden seien. „Im Moment sind die Hygienemaßnahmen das Allerwichtigste.“ Dies betreffe vor allem die Küchenhygiene bei jedem einzelnen.

Als Quelle für den aggressiven Darmkeim EHEC gehen einige Experten derzeit von vorportionierten Salaten aus. „Im Moment sieht es so aus, als wenn Salatbars, also vorbereitete Salatteile eine Rolle spielen“, sagte die ärztliche Leiterin des Großlabors Medilys der Asklepios-Kliniken in Hamburg, Susanne Huggett, am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen. „Es wird aber mit Hochdruck daran gearbeitet.“ Der lebensgefährliche EHEC-Erreger, der mit Durchfall, Erbrechen und Übelkeit einher geht.

Weitere Experten mahnten zur Hygiene bei der Vorbereitung von Lebensmitteln. Kurz vor einer Sitzung des Gesundheitsausschusses sagte der Patientenbeauftragte der Bundesregierung Wolfgang Zöller (CSU): „Das Wichtigste ist, dass man zu Hause die normalen Hygienemaßnahmen einhält. Solange nicht hundertprozentig klar ist, wo es herkommt, ist es schwierig, andere Maßnahmen zu ergreifen.“

Für den gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion Karl Lauterbach ist es vorstellbar, dass es einen Krisenstab gibt, „zumindest, wenn es nicht schnell gelingt, die Quelle der Erreger zu identifizieren“. EHEC sei gefährlicher als Vogelgrippe wegen der oft dauerhaften bleibenden Schäden. Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Carola Reimann (SPD) sieht derzeit keinen politischen Handlungsbedarf. „Die niedergelassenen Ärzte sind bis auf die Haarspitzen sensibilisiert.“

Verbraucherschutzministerin Aigner beschwichtigte unterdessen Ängste vor einer Ansteckung. „Auf Gemüse muss niemand verzichten“, sagte sie der. „Grundsätzlich sollten vor dem Verzehr stets die allgemeinen Hygiene-Empfehlungen beachtet werden: Rohes Gemüse und Obst vor dem Essen schälen oder zumindest gründlich waschen.“

Aigner verwies auf Tipps auf der Ministeriumsseite. Dazu zählt, zum Aufwischen von Lebensmittelrückständen Einmal-Küchenpapier zu benutzen. Holzbrettchen sollte man gründlich reinigen und Haustiere von Lebensmitteln fernhalten.

dpa