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Panorama Vatikan erweist jahrhundertelang verfemten Galilei späte Ehre
Mehr Welt Panorama Vatikan erweist jahrhundertelang verfemten Galilei späte Ehre
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17:00 14.10.2009
Solch moderne Geräte besaß der Astronom Galileo Galilei nicht bei seinen bahnbrechenden Erkenntnissen.
Solch moderne Geräte besaß der Astronom Galileo Galilei nicht bei seinen bahnbrechenden Erkenntnissen. Quelle: Christian Behrens (Archiv)
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Wie Tommaso Maccacaro, Präsident des italienischen Instituts für Astrophysik, am Mittwoch erklärte, werden in der Schau aus Anlass des UN-Jahrs der Astronomie unter anderem am Beispiel zahlreicher Geräte zur Erforschung des Himmels die Fortschritte in der Astronomie nachgezeichnet.

Zu sehen ist auch eine Kopie des Fernrohrs, das Galilei erstmals 1609, also vor 400 Jahren, auf das Firmament richtete. Das Original-Fernrohr ist in einem Museum in Florenz ausgestellt.

Galilei hatte zu Lebzeiten mit seinen Entdeckungen den Zorn der Inquisition auf sich gezogen. Der 1564 in Pisa geborene Mathematiker, Physiker und Philosoph bestätigte mit seinem Nachbau des kurz zuvor in Holland erfundenen Fernrohrs die These von Nikolaus Kopernikus, wonach die Erde um die Sonne kreist und nicht umgekehrt.

1633 musste er seinem „Irrtum“ nach einem langen Prozess der Inquisition abschwören, um dem Scheiterhaufen zu entgehen. Er wurde zu unbefristeter Haft verurteilt, die er bis zu seinem Tode 1642 größtenteils auf seinem Landsitz bei Florenz verbrachte; seine Werke wurden verboten. Erst 1992 verkündete Papst Johannes Paul II. als Ergebnis von 13-jährigen Untersuchungen, dass sich der Vatikan geirrt habe.

afp