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Panorama Vater von Vergewaltigungsopfer will alle Täter am Galgen sehen
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13:42 06.01.2013
Der Tod der jungen Frau löste in Indien tagelange Massenproteste aus. Quelle: dpa
Neu Delhi

Vor Beginn des Mordprozesses gegen die mutmaßlichen Peiniger des indischen Vergewaltigungsopfers hat der Vater der Frau die Hinrichtung aller sechs Beschuldigten gefordert. „Den Tod für alle sechs von ihnen“, sagte er der britischen Sonntagszeitung „The Sunday People“. „Diese Männer sind Monster. An ihnen sollte ein Exempel statuiert werden.“ Drei Tage nach Anklageerhebung sollen die fünf volljährigen Beschuldigten an diesem Montag in Neu Delhi vor Gericht erscheinen. Ihnen droht der Galgen. Beim sechsten Verdächtigen wird geprüft, ob er minderjährig ist.

Die 23-Jährige war vor drei Wochen in einem fahrenden Bus in Neu Delhi vergewaltigt und gefoltert worden. Am Samstag vor einer Woche starb sie an ihren Verletzungen. Den erwachsenen Beschuldigten soll am Montag die Anklageschrift übergeben werden. Neben Mord werden ihnen Vergewaltigung, Entführung und andere Verbrechen vorgeworfen. Danach soll der Fall an ein neues Schnellgericht übergeben, das den eigentlichen Prozess führt. Ein konkretes Datum für den in den kommenden Tagen erwarteten Beginn der Verhandlung gibt es noch nicht.

Der Begleiter des Vergewaltigungsopfers, der die Tat verletzt überlebte, erhob unterdessen schwere Vorwürfe gegen Passanten und die Polizei in Neu Delhi. Der befreundete Begleiter der 23-Jährigen sagte in seinem ersten Interview, fast eine halbe Stunde lang habe niemand geholfen, nachdem die Täter sie aus einem Bus geworfen hätten. Auch nach dem Eintreffen der Polizei hätten die Beamten wertvolle Zeit verschwendet und zunächst diskutiert, welche Wache zuständig sei.

Die Polizei wies Vorwürfe verschleppter Hilfeleistung zurück. Der erste Streifenwagen habe die beiden Opfer sechs Minuten nach Eingang des Notrufs erreicht, teilte die Polizei am Samstag mit. 34 Minuten nach dem Notruf hätten Polizisten mit den Opfern das Krankenhaus erreicht. Das belegten die GPS-Systeme der Streifenwagen. Es habe „keine Versäumnisse“ der Polizei gegeben.

Der 28-Jährige Begleiter sagte dem Hindi-Sender Zee News, die Frau habe stark geblutet, nachdem sie beide aus dem Bus geworfen wurden. „Autos, Autorikschas und Motorräder bremsten, aber rasten dann davon. Ich winkte um Hilfe. Diejenigen, die anhielten, starrten uns an und diskutierten, was passiert sein könnte. Aber niemand unternahm etwas, wir warteten 20 bis 25 Minuten auf Hilfe.“

Dann habe zwar jemand die Polizei alarmiert, nach Eintreffen der Beamten sei es aber zu weiteren Verzögerungen gekommen, sagte der Mann. „Statt zu helfen, diskutierten sie über Zuständigkeitsbereiche. Wir baten die ganze Zeit um einen Krankenwagen und Kleider. “

Der Vater nannte in der Boulevardzeitung den Namen seiner verstorbenen Tochter. „Wir wollen, dass die Welt ihren richtigen Namen kennt“, sagte er. „Ihren Namen preiszugeben wird andere Frauen ermutigen, die solche Angriffe überlebt haben.“ Indische Gesetze verbieten, Namen von Vergewaltigungsopfern oder andere Angaben zu veröffentlichen, die zur Identifizierung führen können. Das soll das Opfer vor gesellschaftlicher Stigmatisierung schützen.

Indische Medien haben der 23-Jährigen in der Berichterstattung symbolische Namen wie Nirbhaya (angstlos) oder Amanat (Schatz) verliehen. In Indien ist aber eine Debatte darüber entbrannt, ob der Klarname nicht veröffentlicht und ein neues Gesetz zum Schutz von Frauen nach dem Opfer benannt werden sollte.

dpa

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