Emsland - Ursache der Tankerexplosion in Lingen weiter unklar – op-marburg.de / Oberhessische Presse / Zeitung für Marburg - Biedenkopf
Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Ursache der Tankerexplosion in Lingen weiter unklar
Mehr Welt Panorama Ursache der Tankerexplosion in Lingen weiter unklar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:43 30.03.2011
Ein Öltanker der Raffinerie BP war am Montag im Hafen von Lingen beim Tanken explodiert und anschließend gesunken. Quelle: dpa
Anzeige

Nach der Tankerexplosion im Lingener Hafen ist die Ursache für das Unglück weiter unklar. Am Montagabend hatte ein Schiff beim Betanken mit Superbenzin Feuer gefangen. In einem mehrstündigen Einsatz löschte die Feuerwehr den Brand. Unabhängige Gutachter sollen nun die Ursache suchen. „Es muss noch geklärt werden, wann und wie das Schiff gehoben werden kann", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Bergung sei notwendig, weil nur so unabhängige Gutachter und Polizeiexperten nach der Unglücksursache suchen könnten.

Die Ermittler befragten etwa 20 Zeugen. Vernommen werde die Besatzung des verunglückten Schiffes, aber auch die der benachbarten Tanker sowie Mitarbeiter der Raffinerie.

Anzeige

Unterdessen haben Experten die Aufräumarbeiten fortgesetzt. Mitarbeiter der BP und des Technischen Hilfswerks seien am Mittwoch damit beschäftigt gewesen, die Mixtur aus Löschschaum, Benzin und anderen Giftstoffen aus dem Hafenbecken zu saugen, sagte eine Sprecherin der BP. Zehn Spezialfahrzeuge stünden bereit. Der Löschschaum hatte das ganze Hafenbecken bedeckt.

Der Dortmund-Ems-Kanal war an der Unglücksstelle auch am Mittwoch noch gesperrt. Am Donnerstagmorgen solle zusammen mit der Umweltbehörde der Stadt die Lage neu bewertet werden, sagte Bernd Hermes vom Wasser- und Schifffahrtamt Meppen. Aus Richtung Süden warteten seinen Angaben zufolge acht und aus nördlicher Richtung fünf Schiffe vor den Kanalschleusen zum Hafen, die wegen des Unglücks geschlossen worden waren.

Die Stadt Lingen als Untere Wasserbehörde nehme Wasserproben, die von einem Fachlabor ausgewertet würden, sagte Stadtsprecherin Nina Kleene. Eine Freigabe der Schifffahrt könne es erst dann wieder geben, wenn keine Giftstoffe mehr nachgewiesen werden könnten. „Es ist ein stehendes Gewässer, daher lässt sich die Herkunft der Stoffe gut lokalisieren.“

Am Montagabend hatte der Tanker beim Betanken mit Superbenzin Feuer gefangen. 900.000 Liter Benzin gerieten in Brand. Werks- und Ortsfeuerwehren aus Lingen waren bis zum frühen Dienstag im Einsatz. Weil brennendes Benzin aus dem Wrack des Tankers in den Hafen auslief, breitete sich auch auf dem Wasser das Feuer aus. Durch den massiven Einsatz von Löschschaum wurde der Brand unter Kontrolle gebracht. Zwei unmittelbar neben dem havarierten Tanker liegende Schiffe wurden nicht beschädigt. Ein Besatzungsmitglied des Unglücksschiffs kam mit leichten Brandverletzungen davon.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.