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Panorama Urlaub auf der Achterbahn - Freizeitparks boomen
Mehr Welt Panorama Urlaub auf der Achterbahn - Freizeitparks boomen
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13:38 29.07.2009
An das Muttertier klammert sich ein rund zwei Wochen junges Berberäffchen im Serengeti-Park bei Hodenhagen. (Archivbild) Quelle: Holger Hollemann dpa/lni
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Von einer Talfahrt ist in den 30 bis 40 Erlebnisparks in Niedersachsen nichts zu spüren. „Es kommen deutlich mehr Besucher als in den vergangenen zwei Jahren“, sagt Fabrizio Sepe, Geschäftsführer des Serengeti-Parks in Hodenhagen. Damit fasst er einen landesweiten Trend zusammen, der die unguten Erwartungen vom Jahresbeginn nicht bestätigt.

„Am Anfang des Jahres haben wir alle ein bisschen die Luft angehalten und uns gefragt: „Oje, was bringt die Krise für den Tourismus?““, sagt Carolin Ruh, Geschäftsführerin der TourismusMarketing Niedersachsen GmbH. Jetzt zur Halbzeit ist klar:
Niedersachsen zählt zu den Gewinnern, und die Wirtschaftskrise hat den meisten Parks und Zoos sogar noch zusätzliche Gäste beschert. „Die Deutschen machen wieder Urlaub zu Hause, und das merken wir“, sagt Klaus Müller vom Heide-Park in Soltau und spricht von „ganz hervorragenden Besucherzahlen“. Das Geld, das sonst beispielsweise in einen Italien-Urlaub gesteckt wurde, fließt nun zum Teil in rasante Achterbahnfahrten, spannende Erlebniszoos und spritzige Wasserwelten.

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Dabei machen vor allem die Norddeutschen und Besucher aus Nordrhein-Westfalen Kurzurlaub in den niedersächsischen Freizeitparks. Die Erlebniswelten haben nach Angaben der TourismusMarketing Niedersachsen GmbH einen Anteil von rund 15 Prozent am landesweiten Tourismus. Und der Konkurrenzkampf ist im Geschäft mit der schnellen und bunten Tagesunterhaltung hart. Qualität und Vielfalt sind entscheidend, um Besucher in einen der Parks zu locken. Deswegen investieren die Betreiber trotz Krise weiterhin intensiv in ihre Betriebe.

„Die Parks sind auf Wiederholungsbesucher angewiesen. Also müssen sie immer wieder Neues bieten“, sagt der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen, Ulrich Müller-Oltay. Jährlich investieren die im Verband organisierten Betreiber Summen in dreistelliger Millionenhöhe. „Damit sind die Parks ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.“

Anlagen, die dabei auf ein Kombi-Angebot aus Unterhaltung, Freizeitspaß und Übernachtung setzten, hätten im Kampf um die Besucher die Nase vorn, ist sich Müller-Oltay sicher. „Diese Mischung hat sich absolut bewährt“, bestätigt Klaus Müller vom Heide-Park-Soltau. Der Freizeitpark bietet den Besuchern zusätzlich zu den Fahrgeschäften ein Themenhotel mit abendlichen Shows an. „Wir können nicht sagen, dass wir die Krise hier im Park haben,“ fasst Müller zusammen.

Ein „All-Inclusive“-Paket mit Festpreis für Übernachtung, Unterhaltung und kulinarischer Versorgung bietet auch die Nordsee Spielstadt Wangerland. In dem überdachten Angebot für Kinder sei eine Flaute nicht zu spüren, erklärte eine Sprecherin.

„Wir haben bisher rund zehn Prozent mehr Besucher als im vergleichbaren Jahr 2007“, sagt Norbert Tietz, Geschäftsführer des Wildparkes in der Lüneburger Heide. Der Erlebniszoo in Hannover kann einen Besucherzuwachs von rund sechs Prozent verbuchen. Und auch im Vogelpark Walsrode, der vor einer Insolvenz bewahrt wurde, herrscht trotz allgemeiner Konjunkturflaute sanfter Optimismus. „Wir haben konsolidiert und investiert und sind nun auf einem sehr guten Weg“, sagt Geschäftsführer Geer Scheres.

Die TourismusMarketing Niedersachsen GmbH atmet angesichts dieser Zahlen auf: „Die aktuellen Zahlen und Einschätzungen lassen uns doch optimistischer sein als wir es noch zu Jahresbeginn waren“, sagt Geschäftsführerin Ruh.

lni