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Panorama Unfälle, Staus und Einschränkungen in Bahn- und Flugverkehr
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17:33 21.12.2009
Dichtes Schneetreiben: Schnee und Eis haben schon am Wochenende ein Verkehrschaos verursacht. Quelle: ddp
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Neuschneefälle und Verwehungen haben in der Nacht zum Montag im Norden zu Behinderungen auf den Straßen und im Flugverkehr geführt. In Hamburg war der Winterdienst seit Sonntagnachmittag im Dauereinsatz, wie die Stadtreinigung mitteilte. Am Hamburger Flughafen kam es zu Verspätungen und Flugausfällen. Vor allem in Niedersachsen ereigneten sich zahlreiche glättebedingte Unfälle, bei denen mehrere Menschen verletzt wurden. Auch in Schleswig-Holstein registrierte die Polizei Verkehrsunfälle wegen Schnee und Glätte.

In Hamburg legten die Räum- und Streufahrzeuge innerhalb von 13 Stunden auf den Straßen der Hansestadt insgesamt etwa 7000 Kilometer zurück. Die ganze Nacht über waren den Angaben zufolge rund 120 Einsatzfahrzeuge und Schneepflüge unterwegs. Weitere tausend Einsatzkräfte sicherten Fußgängerüberwege, Zebrastreifen und Mittelinseln mehrspuriger Straßen.

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Trotz des Winterwetters blieb der Verkehr in und um Hamburg weitgehend entspannt. Bis auf wenige Blechschäden ereigneten sich keine nennenswerten Unfälle, wie ein Sprecher der Verkehrsleitzentrale sagte. Die Autofahrer hätten sich gut auf die Witterung eingestellt, zudem hätten die Ferien begonnen.

Am Hamburger Flughafen fielen bis Montagnachmittag nach Angaben einer Flughafensprecherin insgesamt sechs Flüge aus. Betroffen waren Verbindungen nach Frankfurt am Main, Mailand, Genf, Amsterdam und Lyon. Zudem hatten viele Flüge Verspätung, da die Maschinen enteist und die Start- und Landebahnen geräumt werden mussten.

Vor allem in Niedersachsen kam es am Sonntag und Montag zu zahlreichen schnee- und glättebedingten Verkehrsunfällen, bei denen mehrere Menschen verletzt wurden. Laut Polizei begingen verschiedene Fahrer Unfallflucht. Allein im niedersächsischen Landkreis Soltau-Fallingbostel registrierte die Polizei mehr als 50 Unfälle wegen Schnee und Eisglätte. Im Landkreis Uelzen kam ein mit mehreren Tonnen Mehl beladener Sattelschlepper von der Fahrbahn ab und kippte auf die Seite. Der leicht verletzte Fahrer wurde in ein Krankenhaus gebracht. Es entstand ein Sachschaden von gut 100.000 Euro.

Die Autobahn 2 bei Braunschweig musste nach einem Unfall mit drei Sattelzügen aus Osteuropa in der Nacht zum Montag für mehrere Stunden voll gesperrt worden. Es bildeten sich kilometerlange Staus. Die Schadenshöhe wird auf rund 60.000 Euro beziffert. Auf der Autobahn 7 bei Soltau prallte ein Lkw-Fahrer am Montagmorgen mit seinem leeren Tanklaster in die Mittelschutzplanke. Er wurde durch den Aufprall verletzt und mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Auf beiden Autobahnen ereigneten sich drei weitere Lkw-Unfälle, bei denen zwei Menschen verletzt wurden, einer davon schwer. Es entstand ein Schaden von etwa 200.000 Euro.

Drei Verletzte gab es bei einem Verkehrsunfall am Montagmittag westlich von Groß Oesingen (Kreis Gifhorn). Wegen vermutlich erhöhter Geschwindigkeit auf schneeglatter Fahrbahn kam eine 60-jährige Autofahrerin von der Straße ab und prallte mit der Beifahrerseite gegen einen Baum. Dabei zog sich der 64-jährige Ehemann auf dem Beifahrersitz lebensgefährliche Verletzungen zu. Die 40-jährige Tochter erlitt wie ihre Mutter schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen.

Die tiefen Temperaturen setzten zudem zahlreichen Heizungsanlagen und Wasserleitungen erheblich zu, wie die Feuerwehr in Hannover mitteilte. In der Nacht zu Montag rückten die Einsatzkräfte 31 Mal aus. Überwiegend betroffen waren Büro- und Geschäftshäuser, deren Leitungen durch den starken Frost zugefroren und geplatzt waren. Betroffen war auch die Universität Hannover. Im Lindener Rathaus entstand nach ersten Schätzungen ein Sachschaden von bis zu 30.000 Euro, nachdem durch ein geplatztes Heizungsrohr Wasser ausgelaufen war.

Betrieb am Flughafen Düsseldorf teilweise wiederaufgenommen

Der am Sonntag wegen starker Schneefälle geschlossene Flughafen von Düsseldorf hat am Abend seinen Betrieb teilweise wiederaufnehmen können. Vereinzelt seien Maschinen gestartet, teilte der Flughafen auf seiner Webseite mit. Landungen sollte es aber vorerst keine geben. Seit dem Vormittag hatten keine Flugzeuge mehr auf dem drittgrößten deutschen Airport in Nordrhein-Westfalen starten oder landen können. Nach Angaben auf der Webseite des Flughafens wurden etwa 50 ankommende Maschinen auf andere Airports umgeleitet. 50 Abflüge wurden abgesagt, weitere zunächst verschoben.

Die Meteorologen sagten nach Angaben des Flughafens für die Region weitere Schneefälle voraus. Bei anhaltendem Schneechaos dürfen die Schüler in Nordrhein-Westfalen nach Behördenangaben zu Hause bleiben. Ein Sprecher des Schulministeriums in Düsseldorf sagte der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe), bei extremen Wetterbedingen müssten Eltern selber entscheiden, ob der Schulweg für die Kinder zumutbar ist oder nicht. Wegen des Wintereinbruchs hatte es am Wochenende hunderte Unfälle gegeben.

Flugverkehr am Frankfurter Flughafen noch immer eingeschränkt

Am Frankfurter Flughafen hat sich der Flugbetrieb am Montag nach dem durch die starken Schneefälle bedingten Verkehrschaos wieder langsam normalisiert. Dennoch wurden erneut rund 40 Flüge gestrichen, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport sagte. Zudem sollte es den ganzen Tag über zu Verspätungen kommen. Am Sonntag waren mehr als 200 Flüge ausgefallen.

AFP/ddp