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Panorama Umstrittene Premiere von Ultimate Fighting in Köln
Mehr Welt Panorama Umstrittene Premiere von Ultimate Fighting in Köln
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11:58 11.06.2009
Dennis Siver (links) und Peter Sobotta demonstrieren Ultimate-Fighting-Kampftechniken. Quelle: Philipp Guelland

Feige ist ein Kämpfer, wenn er zum Beispiel den Kontakt mit dem Gegner vermeidet, sein Mundstück absichtlich oder wiederholt verliert oder eine Verletzung vortäuscht. Nicht verboten ist dagegen, auf den bereits am Boden liegenden Kontrahenten weiter einzuschlagen.

Brutaler Hahnenkampf oder anspruchsvoller Kampfsport? Fast so erbittert wie die Kämpfer in ihrem achteckigen Käfig streiten seit Wochen Gegner und Befürworter über das blutige Spektakel, das die Ultimate Fighting Championship (UFC) in Köln und damit erstmals in Kontinentaleuropa veranstalten wird. In ihrem Herkunftsland USA sind die brutalen Kämpfe nach Veranstalterangaben bereits populärer als der Boxsport. So soll es auch hierzulande werden, hoffen jedenfalls die Ausrichter des Kölner Kampfabends in Deutschlands größter Mehrzweckhalle.

Freilich regte sich bereits im Vorfeld bundesweit heftige Kritik am Ultimate Fighting, das Kampfsportarten wie Jiu-Jitsu, Judo, Karate, Boxen und Ringen kombiniert und von Anhängern als „anspruchsvoller strategischer Sport“ gepriesen wird. Die beiden Kämpfer treffen in einem Octagon genannten Käfig aufeinander, dessen stabiler Zaun Stürze aus dem Ring verhindern soll. Die Kämpfe gehen über drei bis fünf Runden von jeweils fünf Minuten. Verboten sind laut Regelwerk 31 Aktionen, darunter so unappetitliche wie „Fingerstiche in Körperöffnungen“, „abwärts gerichtete Schläge mit der Spitze des Ellbogens“ und „Schläge auf den Hals sowie direktes Abwürgen der Luftröhre“.

Für viele Kritiker genügen diese Regeln für den modernen Gladiatorenkampf allerdings bestenfalls dem zivilisatorischen Minimalkonsens. „Man muss diesen Wahnsinn verbieten“, forderte beispielsweise der Box-Experte Werner Schneyder in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ultimate Fighting sei keine Sportart, sondern ein Brutalo-Event und eine Anleitung zur Unbedenklichkeit von Gewalt.

Schwere Bedenken machen auch Politiker geltend, darunter Nordrhein-Westfalens Jugendminister Armin Laschet (CDU). „Hier findet eine bloße Verherrlichung von Gewalt statt“, mahnte Lachet in derselben Zeitung. Es herrsche das Gesetz des Stärkeren, der sich nicht in fairer Auseinandersetzung, sondern mit Gewalt durchsetze und dabei auch Verletzungen des Gegners billigend in Kauf nehme.

Für ein Verbot von Ultimate-Fighting-Kämpfen plädiert auch der Kriminologe Christian Pfeiffer. „Solche Veranstaltungen verstoßen gegen die Menschenwürde“, wetterte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen im Deutschlandfunk. Mit einem Boxkampf oder Catchen sei Ultimate Fighting nicht vergleichbar, „weil es um die Vernichtung des Gegners geht“. Die Extrem-Kämpfe könnten bei ohnehin gefährdeten männlichen Jugendlichen die Gewaltbereitschaft fördern.

Der Organisator des Kölner Kampfabends, Marek Lieberberg, weist solche Vorwürfe vehement zurück. Es gebe „weder konkrete Hinweise noch Belege oder Studien“, dass die UFC der Gewaltverherrlichung diene und besonders Kindern falsche Vorbilder liefere, erklärte der Promotor. „Die UFC ist in keinem einzigen bekannten Fall als Motiv für gewalttätige oder brutale Vorfälle beziehungsweise eine latente Gewaltbereitschaft festgemacht worden.“ Auch belegten ärztliche Gutachten, dass bei UFC-Kämpfen erheblich weniger schwere Verletzungen aufträten als beispielsweise beim Boxen.

Solche Argumente konnten Kölns Jugenddezernentin Agnes Klein allerdings nicht von ihrer Überzeugung abbringen, dass vom bevorstehenden Kampfabend eine Jugendgefährdung ausgeht. Sie rang den Veranstaltern eine Altersbeschränkung ab - Zutritt zur Lanxess-Arena haben am Sonnabend nur Erwachsene.

afp

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