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Panorama Nach Ü-Eiern werden jetzt auch Lego-Steine angespült
Mehr Welt Panorama Nach Ü-Eiern werden jetzt auch Lego-Steine angespült
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17:19 05.01.2017
Hunderttausende Ü-Eier liegen am Strand von Langeoog. Und werden auch noch Lego-Steine angeschwemmt. Quelle: Polizei Langeoog
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Langeoog

Nach Ü-Eiern sind sind jetzt auch massenweise Lego-Steine "Star-Wars"-Figure an der ostfriesischen Insel Langeoog angeschwemmt worden. Das Spielzeug stammt vermutlich aus einem Schiffscontainer, der am Mittwoch im Sturm über Bord eines Frachters gegangen und aufgeplatzt war. Daneben treiben auch Unmengen von Plastiktüten mit weiteren Verpackungen an, wie Bürgermeister Uwe Garrels am Donnerstag sagte. Die Inselbewohner wollen deshalb eine große Aktion starten, um das Plastik aufzusammeln und zu entsorgen.

Am Vormittag hatte Garrels gegenüber dem NDR gesagt, dass bei der Sammelaktion auch die Kinder des Insel-Kindergartens mithelfen würden. Die Ü-Eier sollten demnach sichergestellt werden – auch um zu verhindern, dass sie von der Flut wieder zurück ins Meer getragen werden. Das klang nach einer spaßigen Aktion für die Inselbewohner, doch Langeoogs Bürgermeister findet das Ganze mittlerweile gar nicht mehr spaßig. "Das ist nicht mehr lustig, sondern eine große Umweltbelastung und höchst schädlich für Tiere." 

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"Das sind bestimmt mehr als 100.000 Eier", stöhnt Uwe Garrels. Woher sie stammen, ist weiter unklar. Die Behörden gehen davon aus, dass die Waren aus fünf Containern stammen, die im Sturm von Bord eines Frachters gerissen wurden. "Das passiert immer wieder bei Stürmen", sagt Tobias Linke vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Wilhelmshaven. "Wenn die Stahlboxen nicht sinken oder wieder aufgefischt werden, können sie aufplatzen, und die Ladung driftet irgendwo hin oder strandet auf Inseln."

Wer eines der Überraschungseier öffnete, fand darin Tierfiguren mit russischen Beipackzetteln – offensichtlich war die Ladung für Russland bestimmt gewesen.


Manchmal ist das ganz praktisch für die Inselbewohner, wenn etwa wertvolle Güter angeschwemmt werden. Derzeit haben sich zum Beispiel mehrere Tonnen Holzbalken vor den Ostfriesischen Inseln verteilt, nachdem ein anderer Frachter im Sturm an Weihnachten 16 Container mit Bauholz in der Nordsee verloren hat. Doch Vorsicht: Strandgut gilt als Fundsache und muss den Behörden gemeldet werden. Für die angetriebene Holzladung etwa hat zudem das Hauptzollamt Oldenburg ein Verfügungsverbot erlassen, da Einfuhren in die EU verzollt werden müssen. Selbstbedienung ist also tabu.

Das gilt jedoch nicht für Langeoog: Dort haben sich zahlreiche Inselbewohner und Urlauber mit Kindern aufgemacht, um die Spielzeugeier und Lego-Steine aufzusammeln, bevor Wind und Wellen sie wieder zerstreuen. "Das Spielzeug fällt auf jeden Fall unter eine Freibetragsgrenze", heißt es bei der Zollverwaltung, "wer das jetzt aufsammelt, der wird kein Zollsteuerschuldner, und der hinterzieht auch keine Abgaben".

Für die Kinder vom Kindergarten Langeoog ist die Sammelaktion also ein ganz legales Abenteuer. "Die Erzieher nutzen diese Gelegenheit auch, um ein Bewusstsein für das Umweltthema zu schaffen", sagt Garrels. Insulaner und Gäste grübeln derzeit, ob sich das Spielzeug neben der Entsorgung auch noch anders verwerten lässt. "Es gibt kreative Ideen", sagt eine Anwohnerin, "wir könnten ja in einer Umweltausstellung zeigen, wie lange Plastik hält, bevor es sich zersetzt."


frs/sbü/dpa