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Panorama US-Ermittler nehmen ersten Verdächtigen fest
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20:36 04.05.2010
Ein Polizist steht am New Yorker Times Square vor seinem Einsatzwagen.
Ein Polizist steht am New Yorker Times Square vor seinem Einsatzwagen. Quelle: ap
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Gut 48 Stunden nach dem fehlgeschlagenen Bombenanschlag auf dem New Yorker Times Square ist ein 30 Jahre alter Terrorverdächtiger festgenommen worden. Er sollte am Dienstag einem Bundesrichter in Manhattan vorgeführt werden, wie eine Sprecherin des Gerichts bestätigte. US-Justizminister Eric Holder sagte am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) in Washington vor Journalisten, bei dem Mann handele es sich um einen in Pakistan geborenen US-Bürger mit dem Namen Faisal Shahzad. US-Medien zufolge hatte er erst vor kurzem die US-Staatsbürgerschaft angenommen. Die USA baten inzwischen Pakistan um Hilfe bei den Ermittlungen.

Der im Bundesstaat Connecticut lebende Mann war in der Nacht zum Dienstag am New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen gefasst worden, als er in einen Flieger nach Dubai einsteigen wollte. Er soll nach Medienberichten erst vor kurzem in Pakistan gewesen sein. Wie die Justizbehörde in New York mitteilte, soll der Verdächtige am Abend des versuchten Anschlags das Auto mit der Bombe auf den vor allem bei Touristen beliebten Platz im Theaterviertel von Manhattan gefahren haben.

Die Ermittler waren ihm am Montag über das Auto auf die Spur gekommen, das er erst vor drei Wochen in Connecticut gekauft und bar bezahlt hatte. Shahzad hatte die Kennnummer des 17 Jahre alten Geländewagens unter der Frontscheibe beseitigt, nicht aber die Kennzeichnung auf dem Motorblock. Sie führte die Fahnder zu dem Verkäufer, der den Gesuchten als Mann arabischer oder lateinamerikanischer Herkunft beschrieb. Über das Foto, das von ihm als neuem US-Bürger gemacht worden war, konnte Shahzad identifiziert werden, berichtete der renommierte Radiosender NPR.

Inzwischen wurde seine Wohnung in dem Städtchen Bridgeport (Connecticut) unweit von New York durchsucht. Ob die Polizei weiteres Beweismaterial gegen den gescheiterten Autobomber fand, wurde zunächst nicht bekannt.

Shahzad ist laut NPR einer von einem Dutzend Ausländern mit US-Pass oder Greencard, die in den vergangenen zwei Jahren wegen Terrorverdachts festgenommen wurden. Unter ihnen ist der Pakistaner Daood Gilani, der in Chicago den Namen David Coleman Headley annahm und mit einem geplanten Anschlag auf eine dänische Zeitung in Verbindung gebracht wird, sowie der Busfahrer Najibullah Zazi in Denver, der sich im Februar zu einem geplanten Attentat auf die New Yorker U-Bahn bekannte.

In US-Fernsehsendern waren nach dem versuchten Anschlag immer wieder Videoaufnahmen vom Times Square zu sehen, die einen von der Polizei gesuchten Mann in rotem T-Shirt zeigten. Zusätzlich sucht die Polizei offensichtlich nach weiteren Verdächtigen. „Die Ermittlungen dauern an, und wir gehen weiterhin einer Reihe von Spuren nach“, sagte Holder. Auch die Möglichkeit einer internationalen Verbindung werde geprüft. „Aber es ist klar, dass dieser Terrorakt darauf abzielte, Amerikaner zu töten“, sagte Holder. Hätte der Anschlag geklappt, wäre die Autobombe „tödlich“ gewesen.

Ein Polizist hatte am Samstagabend (Ortszeit) nach dem Hinweis eines Straßenhändlers mitten auf dem Times Square einen Geländewagen entdeckt, in dem ein Karton qualmte. Die Polizei räumte den Platz, auf dem es stets von Menschen wimmelt, und ließ den Wagen von Bombenexperten untersuchen. Die Spezialisten fanden einen Sprengsatz aus Propangasflaschen und Benzinkanistern, der jedoch nicht explodiert war. Der Platz wurde stundenlang gesperrt, Menschen kamen nicht zu Schaden.

Der pakistanische Nachrichtensender DawnNews berichtete, die US- Behörden hätten die zuständigen pakistanischen Stellen darüber informiert, dass der Verdächtige aus Karachi stamme. Shahzad sei am 3. Juli vergangenen Jahres mit der in Dubai beheimateten Fluglinie Emirates nach Karachi und am 3. August zurück in die USA geflogen.

Ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad sagte, Außenminister Shah Mahmood Qureshi habe US-Botschafterin Anne W. Patterson bei einem Treffen jede denkbare Unterstützung zugesagt. „Unsere Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten gegen Terrorismus ist ein konstanter und andauernder Prozess, und wenn die Vereinigten Staaten unsere Unterstützung bei diesem speziellen Thema brauchen, werden wir alles tun was wir können“, sagte der pakistanische Ministeriumssprecher.

ap / dpa

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