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Panorama UNICEF registriert Waisen in Haiti
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14:49 29.01.2010
Der Helfer Johnathan Bopp hält das Waisenkind Jonatha in den Armen.
Der Helfer Johnathan Bopp hält das Waisenkind Jonatha in den Armen. Quelle: ap
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Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen registriert jetzt die Waisenkinder im Erdbebengebiet von Haiti. Zunächst werden die Daten von Minderjährigen erfasst, die allein durch die Straßen der Hauptstadt Port-au-Prince irren, wie UNICEF am Donnerstag in Paris mitteilte. Sie können dann in extra eingerichteten Notunterkünften unterkommen, wo sie mit Essen und Trinken versorgt werden. Laut UNICEF sind dort auch die Betreuung und ein provisorischer Schulunterricht gewährleistet. Die Versorgung der Erdbeben-Opfer bleibt nach Aussage eines US-Generals vielfach weiter schwierig.

Der Nachrichtensender CNN zitiert auf seiner Internetseite den US- Luftwaffengeneral Douglas Fraser mit den Worten: „Wir können die Bedürfnisse der Haitianer noch nicht voll befriedigen. (...) Es ist vereinzelt vorgekommen, dass die Lebensmittel an einer Ausgabestelle nicht für alle gereicht haben.“ Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) plant nach den Worten des Generals, die Zahl der Verteilstellen in Port-au-Prince von 12 auf 15 zu erhöhen. Es kommt immer wieder vor, dass die Haitianer sich gegenseitig abdrängen und um Hilfsgüter kämpfen müssen.

Gewalt droht auch von etwa 6000 Häftlingen, die nach Angaben des haitianischen Polizeichefs Mario Andrésol aus zerstörten Gefängnissen entkommen konnten. Wie die Nachrichtenagentur Haiti Press Network am Donnerstag berichtete, sind unter ihnen Mörder, Kidnapper, Vergewaltiger, Diebe und Drogenhändler. Bislang habe die Polizei noch keine Liste mit den Namen der geflohenen Häftlinge veröffentlicht, um die Menschen nicht zu verunsichern.

Nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) gab es vor dem Beben am 12. Januar etwa 380.000 Waisen in dem bitterarmen Karibikstaat. Mittlerweile schätzt die Organisation die Zahl umherirrender Kinder beziehungsweise Waisen auf etwa eine Million. Laut UNICEF sind die Teams mit extrem schwierigen Situationen konfrontiert. Manche Kinder seien Missbrauchopfer, andere wurden beim Erdbeben verletzt, aber noch nicht medizinisch behandelt. Zudem gebe es Säuglinge, die keine Eltern mehr hätten. Die Versorgung in den Notunterkünften soll so lange aufrechterhalten bleiben, bis für die Kinder und Jugendlichen ein neues Zuhause gefunden wurde.

60 Adoptivkinder aus Haiti haben ein neues Leben in Deutschland begonnen. Am Donnerstag kamen sie am Frankfurter Flughafen an, wo sie von ihren Adoptiveltern in die Arme geschlossen wurden, wie die „Rhein-Zeitung“ (Freitag) in Koblenz berichtete. Sechs Kinder mussten direkt in ein Krankenhaus gebracht werden. „Sie waren in Folge des Erbebens entkräftet und dehydriert. Gemessen an den Umständen geht es aber allen Kindern recht gut“, sagte die Vorsitzende des Adoptionsvereins „Help a Child“, Bea Garnier-Merz, der Zeitung.

Die UN-Mission in Haiti nahm am Donnerstag in Port-au-Prince Abschied von ihren Toten. Bei einer Gedenkfeier wurden die Namen der 85 identifizierten Opfern verlesen. „Sie haben selbst ihnen Nahestehende verloren und sich doch um die gekümmert, die noch gerettet werden konnten“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in einer von UN-Missionschef Edmond Mulet verlesenen Ansprache. Der aus Guatemala stammende Mulet ist der Nachfolger des Tunesiers Hédi Annabi, der bei der Katastrophe ums Leben kam.

Bei dem Erdbeben der Stärke 7,0 starben nach jüngsten Angaben der haitianischen Regierung etwa 170.000 Menschen. Die Vereinten Nationen vermissen noch 30 ihrer Mitarbeiter.

dpa

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