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Panorama Nach Unfall in Berlin: „SUV gehören nicht in die Stadt“
Mehr Welt Panorama Nach Unfall in Berlin: „SUV gehören nicht in die Stadt“
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09:39 09.09.2019
Berlin: Ein Teilnehmer steht mit einem Schild mit der Aufschrift „SUV töten Kinder, Mütter, Väter, das Klima“ bei der Mahnwache, mit der der Verkehrstoten gedacht wird. Quelle: Paul Zinken/dpa
Berlin

Nach dem Unfall mit vier Toten Fußgängern in Berlin haben am Samstagabend mehrere Hundert Menschen mit einer Mahnwache der Opfer gedacht. Vier Minuten schwiegen sie am Unfallort – je eine Minute für jedes Todesopfer. Den ganzen Tag über hatten Anwohner Blumen und Kuscheltiere auf dem Gehweg abgelegt und Kerzen aufgestellt.

Ein Geländewagen war am Freitagabend von der Straße abgekommen. Nach Anwohnerangaben überholte er mit hoher Geschwindigkeit auf der Gegenfahrspur und geriet auf den Gehweg. Der Wagen knickte einen Ampelmast und mehrere Poller um, durchbrach einen Bauzaun und kam erst auf einem Baugrundstück zum Stehen.

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Der genaue Hergang wird noch ermittelt, die Ursache war nach Polizeiangaben auch am Samstagabend noch unklar. Die Ermittler prüften unter anderem Hinweise auf gesundheitliche Probleme beim Fahrer.

Das SUV (Sports Utility Vehicle) hatte einen drei Jahre alten Jungen, eine 64-Jährige Frau – nach unbestätigten Informationen die Großmutter des Kleinkinds – sowie zwei Männer im Alter von 28 und 29 Jahren tödlich verletzt. Die Mutter des Kleinkinds, die ein weiteres Kind dabeihatte, überlebte nach Feuerwehrangaben.

„SUV gehören nicht in die Stadt“

Laut Polizei erlitten eine 38-Jährige und ihr neunjähriger Junge einen Schock. Der 42 Jahre alte Fahrer des Wagens erlitt Kopfverletzungen und liegt im Krankenhaus. Um die Unfallursache zu erklären, wurde ihm auch Blut entnommen. Im Auto saßen auch ein sechs Jahre altes Mädchen und eine 67 Jahre alte Frau. Sie erlitten einen Schock. Zu möglichen Verwandtschaftsverhältnissen machte die Polizei aus Pietätsgründen keine Angaben.

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), kritisierte schwere Pkw-Modelle. „Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt. Es sind Klimakiller, auch ohne Unfall bedrohlich, jeder Fahrfehler wird zur Lebensgefahr für Unschuldige.“

Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), sprach von einem schrecklichen Unfall. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden.“ Ähnlich äußerte sich von Dassel.

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„In der Regel sind es Autos, die töten im Verkehr“, sagte Heiner von Marschall, der Vorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland Nordost. Er hatte mit den Vereinen FUSS und Changing Cities zu der Mahnwache aufgerufen. Die Initiatoren forderten Tempo 30 in der ganzen Stadt, eine autofreie Innenstadt und eine Ombudsperson für Verkehrsunfallopfer. Auf Transparenten verlangten Teilnehmer „Motorisierte Gewalt stoppen“ und kritisierten „motorisierte Mordwerkzeuge“.

Bis in die Nacht zum Samstag waren Experten der Verkehrspolizei vor Ort gewesen, um Spuren des Unfalls zu sichern. Sie sollten dann gegebenenfalls auch in einem 3-D-Modell zusammengeführt werden. So wolle man die Fahrt des Autos rekonstruieren und klären, ob es sich möglicherweise überschlagen habe.

Zunächst habe die Frage im Raum gestanden, ob es sich um eine vorsätzliche Tat gehandelt haben könnte. Es deute jedoch alles auf einen Verkehrsunfall hin, sagte der Polizeisprecher.

Die nah an der Unfallstelle gelegene Kirche St. Elisabeth sollte am Sonntag tagsüber zum stillen Gedenken geöffnet sein. Ein für Sonntag geplantes Konzert sowie der Tag der offenen Tür des Mädchenchors der Sing-Akademie zu Berlin wurden dafür verschoben, wie die Kirche mitteilte.

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RND/dpa

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