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Panorama Transsexuelle darf bei Miss-Wahl antreten
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14:57 05.04.2012
Foto: Die 23-jährige Jenna Talackkova darf für Kanada bei der Wahl zur „Miss Universe“ antreten.
Die 23-jährige Jenna Talackkova darf für Kanada bei der Wahl zur „Miss Universe“ antreten. Quelle: dpa
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Ottawa

Die junge Frau und ihre Anwälte fordern jetzt, dass die Regeln des Wettbewerbs so geändert werden, dass künftig Transsexuelle, die offiziell als Frauen anerkannt sind, ohne Probleme teilnehmen dürfen. Der Fall hat weltweit Schlagzeilen gemacht und eine Debatte über Toleranz und die Ausgrenzung Transsexueller ausgelöst.

„Ich bin eine Frau“, sagte die hochgewachsene Jenna Talackova mit den langen, blonden Haaren gestern auf einer Pressekonferenz in Los Angeles. „Ich war am Boden zerstört“, beschrieb sie ihre Gefühle, nachdem die Organisation „Miss Universe“ ihr mitgeteilt hatte, dass sie nicht am Wettbewerb zur Wahl der kanadischen Miss vom 11. bis 20. Mai in Toronto teilnehmen dürfe. „Ich habe nie eine Sonderbehandlung verlangt. Ich wollte einfach nur mitmachen.“

Am 23. März hatte die „Miss Universe“-Organisation mitgeteilt, die in Vancouver lebende Jenna könne an dem Wettbewerb nicht teilnehmen, weil sie die Voraussetzungen für die Teilnahme nicht erfülle. Dahinter steht – was in der Pressemitteilung nicht stand, aber in den Medien berichtet wurde –, die Regel, dass Teilnehmerinnen „naturally born females“ sein müssen – also als Frauen geboren. Das ist Jenna Talackova nicht. Sie hat einen kanadischen Pass, der sie als Frau ausweist und den sie in Los Angeles zeigte, aber geboren wurde sie als Junge. Diese Tatsache hatte sie bei früheren Wettbewerben nicht verschwiegen.

In einem Interview bei einem Miss-Wettbewerb 2010 für transgender und transsexuelle Frauen in Thailand hatte sie über ihre Probleme gesprochen, sich als „männlich“ zu identifizieren. Schon im Alter von vier Jahren habe sie sich als Mädchen gefühlt. Mit 14 Jahren begann sie eine Hormonbehandlung und unterzog sich mit 19 Jahren einer Operation. Ihr vorläufiger Ausschluss vom Wettbewerb führte zu Online-Petitionen, in denen sich Zehntausende für Jenna einsetzten. Die Publizität zwang offenbar die „Miss Universe“-Organisation, die dem US-Milliardär Donald Trump gehört, ihre Position zu ändern.

Talackova und ihre Anwältin forderten Trump zu einer Stellungnahme auf. Er reagierte lediglich über die Klatsch-Webseite tmz.com. Frau Talackova sei eingeladen, am Wettbewerb teilzunehmen. An eine Entschuldigung denke er nicht. Wenn sie am Wettbewerb teilnehme, sei es schön, wenn sie nicht teilnehme, ebenso – „das ist mir völlig egal“.

Gerd Braune

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