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Panorama Tödliche Attacke in Norwegen: Behörden gehen von Terror aus – Tatverdächtiger zum Islam konvertiert
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12:27 14.10.2021
Polizeichef Oeying Aas, Leiter der Einsatzeinheit der Buskerud-Polizei.
Polizeichef Oeying Aas, Leiter der Einsatzeinheit der Buskerud-Polizei. Quelle: Terje Pedersen/NTB via AP/dpa
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Kongsberg

Am Mittwochabend zog ein Mann mit Pfeil und Bogen bewaffnet durch die südnorwegische Kleinstadt Kongsberg. Er tötete dabei fünf Menschen und verletzte zwei weitere. Etwa eine halbe Stunde nach dem ersten Notruf, der um 18.13 Uhr bei der örtlichen Polizei einging, wurde der Täter von der Polizei aufgehalten und festgenommen. Laut Polizeibericht bewegte sich der Bogenschütze durch ein großes Gebiet in der Innenstadt von Kongsberg und schoss Pfeile an verschiedenen Orten ab. Bei einer Pressekonferenz der norwegischen Polizei am Donnerstagmorgen gab die Polizei weitere Details bekannt.

Es habe sich um eine Einzeltat gehandelt, so die Polizei. Nach mehreren Telefonanrufen von Bürgern sei die Polizei um 18.18 vor Ort gewesen. Der Schütze habe auch auf die Beamten gezielt und geschossen. Der Zugriff der Beamten sei um 18.42 erfolgt. Es handle sich um einen dänischen Staatsbürger, der in Kongsberg lebte. Vier der Todesopfer sind Frauen, eines ist männlich. Alle seien im Alter von 50 bis 70 Jahren gewesen, sagte Ole Bredrup Sæverud von der norwegischen Polizei.

In den sozialen Netzen seien etliche dramatische Filme und Bilder des Amoklaufes aufgetaucht, so der Polizeibeamte. Das sei respektlos und zu unterlassen, so der Beamte.

Verdächtiger wurde noch in der Nacht verhört

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 37-jährigen Dänen, der in Kongsberg lebt, teilten die Behörden schon am späten Mittwochabend mit. Er sei zum Islam konvertiert. 2020 habe es Meldungen über eine Radikalisierung des Mannes gegeben, 2021 allerdings nicht, so Sæverud. Der Sicherheitsdienst der norwegischen Polizei (PST) stuft den tödlichen Angriff in Kongsberg als Terrorhandlung ein. Das teilte die PST am Donnerstag mit. Zum Motiv wird demnach weiterhin ermittelt.

Der Mann wurde in der Nacht verhört und soll am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Anwalt des Mannes gab an, dass der mutmaßliche Täter mit den Polizeibehörden kooperieren und aussagen wolle. „Er gibt die Tatsachen zu, es ist aber unklar, ob er eine kriminelle Schuld einräumt“, sagt Polizeianwältin Ann Irén Svane Mathiassen. Der Tatverdächtige sei allerdings polizeibekannt, so die Anwältin.

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Neuer Ministerpräsident Støre erschüttert

Der Vorfall ereignete sich am Vorabend des Regierungsantritts des neuen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre. Der Sozialdemokrat zeigte sich schockiert. „Das, was wir heute Abend aus Kongsberg hören mussten, zeugt davon, dass eine grausame und brutale Tat begangen worden ist“, sagte er am späten Abend der Nachrichtenagentur NTB.

Auch die scheidende Regierungschefin Erna Solberg brachte ihre Anteilnahme zum Ausdruck. „Unsere Gedanken gehen zuallererst an die Betroffenen und ihre Angehörigen“, sagte sie am späten Mittwochabend auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Oslo. Sie wird am Donnerstag nach ihrer Wahlniederlage vor einem Monat von Støre an der Regierungsspitze abgelöst. Auswirkungen auf den Regierungswechsel habe die Tat nicht, sagte Solberg.

RND/dk/goe/dpa

Der Artikel "Tödliche Attacke in Norwegen: Behörden gehen von Terror aus – Tatverdächtiger zum Islam konvertiert " stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.