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Panorama Thüringer Krokodil bleibt verschwunden: Was aus anderen Sommerlochtieren wurde
Mehr Welt Panorama Thüringer Krokodil bleibt verschwunden: Was aus anderen Sommerlochtieren wurde
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17:41 16.09.2020
Das 17 Jahre alte Merino-Schaf Shrek wurde zum Star des Sommers 2004. Quelle: picture alliance / dpa
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Ein Krokodil in einem Fluss in Thüringen – dieser Fall sorgte zuletzt für Schlagzeilen. Das Tier wurde erst im Burgenlandkreis gesucht, später im Kyffhäuserkreis. Doch es blieb abgetaucht und ward nicht mehr gesehen. Auch ein Versuch, das Krokodil mit einem Huhn am Ufer der Unstrut in eine Fotofalle zu locken, scheiterte. Ohne Erfolg blieb ebenfalls ein Lockversuch mit in den Fluss geschüttetem Rinderblut und einer Duftspur aus Lungenteilen. Genug gesucht. Der Verdacht auf die Existenz des Tieres habe sich bei den aufwendigen Nachforschungen nicht bestätigt, sagte die Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind-Schneider (SPD) am Mittwoch.

Andere Tiere dagegen sind realer und zeigen sich – wenn auch manchmal nur ganz kurz. Zu den Berühmtheiten unter den Sommerlochtieren gehören Skippy, das Känguru (2015) und Sammy, der Alligator (1994). Doch auch andere Tiere füllten schon so manch nachrichtenarmen Tag aus. Ein Rückblick.

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Das Handyfoto, das ein Hausbewohner gemacht hat, zeigt die entwichende Monokelkobra (M) im Treppenhaus. Quelle: Collin Bleck/dpa

2019 - Die Monokel-Kobra schleicht sich: In einem Treppenhaus in Herne entdeckte eine Bewohnerin eine Giftschlange mit etwa 1,60 Metern Länge. Fast eine ganze Augustwoche versteckte sich das Tier, keiner wusste wo. Es war einem Mann entwischt, der in seiner Wohnung rund 20 Giftschlangen hielt. Reptilienfachleute fanden bei ihrer Suche nicht die kleinste Spur des Kriechtieres, dafür aber stießen sie in einem Kellerraum auf eine Schlangenhaut. Die Experten wollten nicht ausschließen, dass die Kobra wieder in ihr Terrarium zurückgekehrt war.

Hüpf, hüpf, hurra: Känguru Skippy war 2015 ausgebüxt.

2015 - Skippy hüpft davon: Das exotische Beuteltier hüpfte im Sommer 2015 kreuz und quer durchs Sauerland. Immer wieder tauchte es auf – bis es schließlich von einem Weidezaun am Diemelsee in Nordhessen gestoppt wurde. Bei einer Züchterfamilie fand Skippy schließlich ein neues Zuhause. Von wo das Känguru ausgebüxt war, konnte bis heute nicht geklärt werden.

Kuh Yvonne nach ihrer Flucht auf dem Gnadenhof Gut Aiderbichl in Deggendorf (Bayern). Quelle: Armin Weigel/dpa

2011 - Kuh Yvonne flieht vor dem Tod: Eigentlich sollte sie sterben, doch Yvonne entkam dem nahenden Tod. Die Milchkuh aus Kärnten sollte in Bayern gemästet und dann geschlachtet werden. Doch das Tier floh von seiner Weide und versteckte sich im Wald. Weil sie wegen Verkehrsgefährdung zum Abschuss freigegeben wurde, schaffte es Yvonnes Geschichte sogar in den internationalen medialen Blätterwald. Auch deshalb, weil das Tier lange auf der Flucht war: Weder die Gesellschaft ihrer Schwester reizte sie noch ließ sie sich vom Zuchtbullen locken. Nach 98 Tagen gesellte sich Yvonne schließlich einfach zu einer Gruppe Kälber auf eine Weide. Sie hatte die Einsamkeit wohl satt. Danach lebte Yvonne auf dem Gnadenhof Gut Aiderbichl in Österreich, wo sie im vergangenen September im Alter von 14 Jahren starb.

Oktopus Paul, das Orakel aus dem Sea Life in Oberhausen, stürzte sich auf die Muschel in der Plexiglasbox mit der Deutschlandfahne und entschied sich damit für einen deutschen Sieg im WM-Viertelfinale gegen Argentinien.

2010 - Paul das schwimmende Orakel: Paul hatte offenbar Fußballverstand, zumindest den richtigen Riecher: Die Krake sagte die Ergebnisse der Fußball-WM-Spiele 2010 voraus und wurde als “Oktopus-Orakel” weltberühmt. Vor dem Spiel stellten Mitarbeiter von Pauls Aquarium in Oberhausen Plastikboxen mit Muscheln ins Becken, beklebt mit Nationalflaggen der beiden Mannschaften. Pauls Futterauswahl galt dann als Vorhersage des späteren Siegers. Und meist tippte das Tier top. Als Paul den Sieg der Spanier richtig vorhergesagte, ernannte die spanische Stadt Carballiño ihn zum Ehrenbürger. Der Ruhm währte allerdings nur kurz. Paul starb im Oktober 2010 im Alter von zweieinhalb Jahren.

2006 - Petra verliebte sich unsterblich: Auf dem Münsteraner Aasee begann eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Ein Trauerschwan verliebte sich unsterblich in ein Tretboot in Schwanenform. Petra, wie das Tier bald genannt wurde, balzte, umkreiste den Angebeteten, folgte ihm, wenn er im Tretbooteinsatz war. Die Romanze hielt immerhin eineinhalb Jahre. Den Winter verbrachte das Paar im städtischen Zoo, den Sommer auf dem Aasee. Schließlich gab Petra dem Tretboot den Laufpass und bändelte mit einem echten Höckerschwan an. Doch auch diese Beziehung war nicht von Dauer. Petra verschwand. Jahre später tauchte sie in einer Storchenbetreuungsstation wieder auf. Ihre Liaison mit dem Tretboot rührte Mensche in aller Welt und machte Petra berühmt.

Schaf Shrek auf dem Taieri Flughafen, bevor es zur ersten Schur nach zweieinhalb Jahren auf einen vor der neuseeländischen Küste treibenden Eisberg geflogen wurde. Quelle: picture alliance / dpa

2004 - Shrek, das Schaf: Ausbrecherkönig und wandelndes Wollknäuel, das war das Merinoschaf Shrek. Sechs Jahre lang hatte sich das Tier in den Höhlen und Bergen der neuseeländischen Südinsel versteckt und war so immer wieder der Schur entgangen. Berühmt wurde Shrek 2004, als es unter den Augen der Weltöffentlichkeit schließlich doch unters Messer kam. Die Ausbeute: 27 Kilo Wolle. Das Schaf starb im Juni 2011 im Alter von 17 Jahren. Heute steht Shrek im neuseeländischen Nationalmuseum von Te Papa.

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1994 - Leine los für Sammy: Der ausgebüxte Brillenkaiman wurde international zum Medienstar: Im Juli 1994 machte sein damaliger Besitzer mit ihm einen Ausflug an einen Baggersee bei Dormagen südlich von Düsseldorf. Sammy nutzte die Gelegenheit, riss sich von seiner Leine los und verschwand. Tagelang hielt seine Flucht Polizei, Feuerwehr und Medien in Atem. Aus Furcht vor dem 80 Zentimeter langen Reptil mit den scharfen Zähnen blieb der idyllische Badesee in jenem heißen Sommer tagelang gesperrt.

Von Heike Manssen/RND

Der Artikel "Thüringer Krokodil bleibt verschwunden: Was aus anderen Sommerlochtieren wurde" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.