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Panorama Tausende Vermisste liegen in Indonesien unter Trümmern
Mehr Welt Panorama Tausende Vermisste liegen in Indonesien unter Trümmern
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22:41 30.09.2009
In Indonesien liegen Tausende Vermisste unter Trümmern. Quelle: afp
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Die Behörden gingen jedoch von einem Anstieg der Opferzahl aus, da noch Tausende Menschen unter den Trümmern eingestürzter Häuser vermutet werden.

In der Großstadt Padang im Westen Sumatras stürzten viele Gebäude ein, darunter auch Krankenhäuser und mehrere Hotels, wie der Leiter des Krisenzentrums des Gesundheitsministeriums, Rustam Pakaya, sagte. Nach Berichten örtlicher Medien rannten zahlreiche Bewohner in Panik auf die Straßen, die Stromversorgung und Telefonverbindungen brachen zusammen.

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Das Epizentrum des Bebens lag nur knapp 50 Kilometer nordwestlich von Padang. Die Erschütterung war auch in der 940 Kilometer entfernten Hauptstadt Jakarta und bis nach Singapur und in die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur zu spüren. Auch dort strömten panische Büroangestellte aus Hochhäusern ins Freie.

Am Flughafen von Padang stürzten Teile der Ankunftshalle ein, wie ein Flughafenvertreter sagte. In der 900.000-Einwohner-Stadt brachen zudem mehrere Brände aus. Der Flughafen und die wichtigste Verbindungsstraße nach Padang, der Trans Sumatra Highway, waren gesperrt, die Telefonnetze weitgehend lahmgelegt, da die Masten des wichtigsten Kommunikationsanbieters zusammengebrochen sind. Am Maninjau-See im Landesinneren löste das Erdbeben einen Erdrutsch aus, wie ein Augenzeuge sagte.

„Brücken sind eingestürzt, Telefonmasten zusammengebrochen, Hunderte Häuser brennen, Menschen sind verschüttet“, sagte der Arzt Ridwan Gustiana dem Hilfswerk action medeor. „Wir brauchen ganz dringend Hilfe: Verbandsmaterial, Schmerzmittel und Antibiotika.“

Die Organisation hat nach eigenen Angaben bereits 28 Notfallpakete mit Arzneimitteln und medizinischen Geräten für die Menschen auf Sumatra gepackt.

Mitarbeiter von Hilfsorganisationen befinden sich derzeit auf dem Weg in das Katastrophengebiet. Helfer gehen davon aus, dass viele Opfer des Erdbebens im Umland von Padang zu vermuten sind. Dort werden die Bergungsarbeit zusätzlich durch Erdrutsche in der Regenzeit erschwert.

Ein Sprecher der Hilfsorganisation World Vision sagte: „Es ist von großer Wichtigkeit, dass nach einem Erdbeben den Opfern so schnell wie möglich geholfen wird.“ In der Regel bräuchten die Menschen dringend medizinische Versorgung, Wasser und etwas zu essen.

Geologen hatten ein Erdbeben in Padang als sehr wahrscheinlich vorausgesagt, da die Stadt nahe dem Zusammenstoß zweier Kontinentalplatten liegt. Es gab Befürchtungen, das Beben könne auch Vulkanausbrüche zur Folge haben. In der Region liegen die drei großen Vulkane Merapi, Talang und Tandikat.

Während die indonesischen Behörden nach dem Erdstoß vor Sumatra keine Tsunami-Warnung ausgaben, gab das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik auf Hawaii eine Flutwellen-Warnung für Indonesien, Malaysia, Indien und Thailand aus, die jedoch nach kurzer Zeit wieder aufgehoben wurde.

Verschiedene Hilfsorganisationen haben zu Spenden für die Katastrophenopfer aufgerufen.

afp