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Panorama Sylter Feuerteufel zündet eigene Gefängniszelle an
Mehr Welt Panorama Sylter Feuerteufel zündet eigene Gefängniszelle an
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14:50 17.09.2010
Mit einem Rettungswagen wird der mutmaßliche "Feuerteufel von Sylt" aus der Flensburger Justizvollzugsanstalt in ein Krankenhaus gebracht.
Mit einem Rettungswagen wird der mutmaßliche "Feuerteufel von Sylt" aus der Flensburger Justizvollzugsanstalt in ein Krankenhaus gebracht. Quelle: dpa
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Der Sylter Feuerteufel hat in Flensburg seine eigene Gefängniszelle angezündet. Gefängnisdirektor Wilfried Ziemer bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der NDR 1 Welle Nord. „Er steht im Verdacht, heute Nacht gegen 22.45 Uhr seinen Haftraum in Brand gesetzt zu haben, und zwar mittels seines Feuerzeuges.“ Der Brand wurde gelöscht, bevor er sich weiter ausbreiten konnte.

Der Untersuchungshäftling kam wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, sollte aber noch im Laufe des Tages ins Gefängnis zurückkehren. Seine Zelle sei wegen erheblicher Brandschäden unbenutzbar, sagte Ziemer. „Wir vermuten, dass er gezündelt hat.“ Der 46-Jährige, ein Taxifahrer, soll im August auf Sylt 17 Brände gelegt haben. Betroffen waren unter anderem ein Schulungszentrum, ein Seniorenheim und ein Hotel. Sein Feuerzeug durfte der Raucher im Gefängnis behalten, weil es für ihn laut Ziemer keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen gab.

Der Nachtdienst bekam den Brand dadurch mit, dass dicker Rauch durch die Tür der Gefängniszelle quoll. Die Beamten holten den 46- Jährigen aus der Zelle und brachten ihn zum Rettungswagen, wo sie sich auch mit ihm unterhielten. Zu einem möglichen Brandstiftungsmotiv gab es zunächst keine Informationen. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet, Kripo-Beamte inspizierten am Freitagvormittag die Zelle.

Das Inventar in Gefängniszellen besteht aus schwer entflammbarem Material. „Deshalb gibt es dann keine offene Flamme, sondern einen Schwelbrand“, erläuterte der Gefängnisdirektor. „Das Gefährliche ist dabei die Rauch- und Rußentwicklung. Die Zelle ist bis zur Decke mit Ruß bedeckt, also total schwarz.“ Drei Gefangene mussten verlegt werden, weil Rauch und Gestank unerträglich waren. „Heute Morgen war das aber alles schon wieder weg; das Haus ist durchgelüftet und die Gefangenen liegen wieder in ihren Hafträumen“, berichtete Ziemer. Derzeit sitzen in Flensburg 62 Menschen ein.

dpa