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Panorama Dieser Mann hält 16 Rechenweltrekorde
Mehr Welt Panorama Dieser Mann hält 16 Rechenweltrekorde
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08:53 13.11.2015
Von Lisa Malecha
Aus Langeweile rechnet Jan van Koningsveld gerne mal die Zahl Pi aus. Quelle: Foto: Silke Betten
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Emden

Was war der 13. Mai 1955 für ein Wochentag? „Ein Freitag“, kommt es in Sekundenbruchteilen von Jan van Koningsveld. Der 46-jährige Emdener ist ein wandelnder Kalender - und will vor allem Jugendlichen zeigen, dass rechnen cool ist. Denn Superhirn kann seiner Meinung nach jeder werden. Es brauche nur ein wenig Durchhaltevermögen.

„Das ist im Grunde wie bei jedem Sport: Man braucht viel Training, Disziplin und ein bisschen Talent“, sagt der Kopfrechner und Gedächtnissportler, der bereits 16 Weltrekorde aufgestellt hat. Das grundlegende Know-how bringe jeder aus der Schule mit, die restlichen Techniken müsste man sich einfach aneignen. „Selbst meine Mutter hat den Algorithmus mit über 70 Jahren noch erlernt“, sagt van Koningsveld, der auch ein Buch mit dem Titel „In sieben Tagen zum menschlichen Kalender“ geschrieben hat.

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Dazu müsse man zunächst nur vier Kennziffern zusammenzählen. Das klingt eigentlich ganz simpel, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. „Als erstes unterteilt man das Datum in vier Teile“, erläutert der Bilanzbuchhalter. „Tag, Monat, und jeweils die ersten und die letzten beiden Ziffern der Jahreszahl.“ Jeder dieser Teile habe eine bestimmte Kennziffer, die man auswendig lernen müsse. Diese zählt man dann zusammen, teilt sie durch sieben - und der Rest, der bei dieser Rechnung übrig bleibt, entspreche dem Wochentag. „Wenn beispielsweise eine drei am Ende übrig ist, dann war an dem Datum ein Mittwoch“, sagt der Kopfrechner. Dazu müsse man noch einige Besonderheiten bedenken: Bei Schaltjahren zum Beispiel ändert sich das Rechenschema leicht.

Liebe zu Zahlen schon vor der Einschulung

All diese Berechnungen schafft der Emdener in 0,6 Sekunden, allerdings nach jahrelangem Üben. „Ich habe meine Liebe zu Zahlen schon vor der Einschulung entdeckt“, sagt er. Mithilfe von Würfeln habe er im Kindergarten ein Gefühl für Zahlen und Menschen entwickelt. Vor etwa 14 Jahren habe er dann einige Kopfrechner getroffen und bemerkt, dass er schneller zum Ergebnis kam als sie. „Da wusste ich, dass ich ganz weit oben mitspielen konnte“, erinnert er sich.

Sein Ehrgeiz war geweckt, und „aus lauter Langeweile“ rechnete er die Zahl Pi aus - auf 2770 Nachkommastellen genau. Bei einer Rechenmeisterschaft kam schließlich das Kalenderrechnen dazu, und van Koningsveld fand schnell Gefallen daran. „Da hat man einen Bezug zum Alltag“, erklärt er. Auch Science-Fiction-Filme sieht er gern. „Da geht es oft um Daten in der Zukunft. Ich rechne dann automatisch nach, ob der im Film genannte Wochentag stimmt.“ Im zweiten Teil von „Zurück in die Zukunft“ beispielsweise reist Marty McFly zum 21. Oktober 2015. „Das ist im Film ein Dienstag, in Wirklichkeit jedoch ein Mittwoch.“

In seiner Freizeit leitet van Koningsveld eine Kopfrechnen-AG für Acht- und Neunjährige. „Ich will ihnen zeigen, dass rechnen Spaß macht und cool ist - außerdem geben einem die Erfolgserlebnisse ein wohliges Gefühl“, sagt der Zahlenfan, der mit einer Gruppe anderer leidenschaftlicher Kopfrechner nun auch einen Verein zur Förderung des Kopfrechnens gegründet hat. Die „Gesellschaft für Rechen- und Denksport Deutschland“ will Meisterschaften organisieren und Kindern die Angst vor der Mathematik nehmen.

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