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Panorama Suche nach Wrackteilen von Air-France-Maschine
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07:16 04.06.2009
Der Airbus A330-200 der französischen Fluglinie Air France, der am Montag auf seinem Flug von Rio de Janeiro nach Paris in den Atlantik stürzte. Quelle: Joseph Wagner/ddp

Verteidigungsminister Nelson Jobim bezeichnete es als „unwahrscheinlich“, dass die Unglücksmaschine durch eine Explosion zum Absturz gebracht worden sei.

Die brasilianische Marine war am Mittwoch mit zwei Kriegsschiffen, einem Patrouillenboot und einer Korvette in dem Seegebiet im Einsatz. Bis zum Einbruch der Nacht konnten jedoch noch keines der von Flugzeugen georteten Wrackteile gefunden und geborgen werden, teilten Marinevertreter mit. Drei weitere brasilianische Marineschiffe, darunter ein Tanker, und ein französisches Meeresforschungsschiff, dessen Tauchroboter die Flugschreiber bis zu 6000 Meter tief bergen könnten, sollten in den kommenden Tagen eintreffen.

Aufklärungsflugzeuge hatten im Laufe des Tages weitere und größere Wrackteile der Maschine, entdeckt, die am Montag auf dem Weg von Brasilien nach Paris abgestürzt war und mit der auch 26 Deutsche unterwegs waren. Die Trümmer seien im Radius von fünf Quadratkilometern verstreut, sagte ein brasilianischer Armeesprecher. Gesichtet wurde unter anderem ein etwa sieben Quadratmeter großes Metallteil sowie eine 20 Kilometer lange Treibstoffspur.

Verteidigungsminister Jobim trat Berichten über eine mögliche Explosion als Absturzursache entgegen. Eine Explosion oder Feuer an Bord von Flug AF447 seien „unwahrscheinlich“. Darauf deute der kilometerlange Öl- und Treibstofffilm auf dem Wasser hin. Allerdings räumte Jobim ein, dass dies eine „Hypothese“ sei.

Französische Behörden rechneten nicht mehr damit, Überlebende zu finden. „Außer bei einem Wunder gibt es angesichts der Vielzahl der Wrackteile streng genommen keinerlei Hoffnung auf Überlebende“, hieß es aus Ermittlerkreisen. Die Familien von 59 der brasilianischen Opfer schlossen sich zusammen, um die Ermittlungen zu verfolgen, wie ein Vater eines der Opfer der Globo-Onlineausgabe sagte.

Trotz der groß angelegten Suche mit Schiffen und Tauchrobotern äußerten Experten auch wenig Hoffnung, die Flugschreiber des Flugzeugs im tiefen Meer zu bergen. Die französische Luftfahrtbehörde BEA zweifelt daran, dass die beiden Flugschreiber jemals gefunden werden. Sie lägen wahrscheinlich sehr tief auf dem Meeresgrund, der von Unterwasserbergen zerklüftet sei, sagte BEA-Leiter Paul Louis Arslanian. Er sei deshalb „nicht besonders zuversichtlich“; möglicherweise würden die Flugschreiber nie entdeckt werden.

Nach Angaben des Ozeanografischen Dienstes der französischen Marine ist der Atlantik im Absturzbereich bis zu 4700 Meter tief. Aus solchen Tiefen wurde laut BEA noch nie ein Flugschreiber geborgen. BEA-Chef Arslanian sagte, bislang deute nichts darauf hin, dass die vier Jahre alte Airbus A330-200 vor dem Start „ein Problem“ gehabt habe. Die französische Regierung schließt bislang keine Ursache für den Absturz aus, auch nicht einen Terroranschlag.

In Paris gedachten Angehörige und Regierungsvertreter in einer Messe der 228 Opfer des Absturzes. An dem Gedenkgottesdienst in der Pariser Kathedrale Notre Dame nahmen neben den Angehörigen und Air-France-Mitarbeitern unter anderem Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der deutsche Botschafter in Frankreich, Reinhard Schäfers, teil. Während der Messe wurde ein Beileidsschreiben von Papst Benedikt XVI. verlesen. In Brasilien dauerte eine dreitägige Staatstrauer an. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner wollte am Donnerstag in Rio de Janeiro an einem Gedenkgottesdienst für die Opfer teilnehmen.

afp

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