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Panorama Sturm „Sandy“ wirbelt amerikanische Ostküste ins Chaos
Mehr Welt Panorama Sturm „Sandy“ wirbelt amerikanische Ostküste ins Chaos
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17:37 30.10.2012
Von Stefan Koch
Sturm „Sandy“ hat die Ostküste der USA überschwemmt. Straßen stehen unter Wasser, Millionen Menschen haben keinen Strom. Quelle: Reuters
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Washington

Besonders betroffen ist die Millionenmetropole New York: Zuerst setzt eine vier Meter hohe Welle mehrere Straßenzüge, U-Bahn-Schächte und Tunnel im Süden von Manhattan unter Wasser, dann brennen fast 100 Häuser bei einem Großfeuer nieder.

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16 Menschen fielen dem Wirbelwind in Nordamerika bisher zum Opfer. Umstürzende Bäume und herumfliegende Gegenstände verletzten zudem mehrere Menschen. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Schäden auf mehrere Milliarden Euro. Weltweit zu spüren sein dürfte der Stillstand an den New Yorker Börsen. Erstmals seit einem Vierteljahrhundert sind die "New York Stock Exchange" und die "Nasdaq" geschlossen, da das Hochwasser in den Gebäuden knietief steht. In drei Atomkraftwerken führt das Unwetter zu ernsthaften Problemen: Ein Reaktor des Werks Salem am Delaware River und ein Reaktor der Anlage "Indian Point" wurden abgeschaltet. Im Werk "Oyster Creek" wurde sogar Alarm ausgelöst, da das Kühlwasser bedrohlich ansteigt.

Niemand vermag zurzeit zu sagen, wie lange sich das Chaos entlang der dichtbesiedelten Ostküste hinzieht. Der Energiekonzern Con Edison stimmte die New Yorker am Dienstag darauf ein, dass es eine Woche dauern könnte, bis die gesamte Stadt wieder mit Strom versorgt ist. Unklar ist auch, wann Manhattan wieder auf den üblichen Wegen zu erreichen ist: Am Dienstag verband zeitweilig nur der Lincoln-Tunnel die Wolkenkratzer-Insel mit dem Festland. Alle anderen Brücken und Tunnel waren gesperrt.

Vergleichsweise glimpflich kommt die Hauptstadt davon: Zwar liegt auch in Washington das öffentliche Leben am Dienstag weitgehend lahm, Busse und Bahnen hatten ihren Betrieb bereits am Vortag eingestellt und der Strom ist in mehreren Stadtteilen ausgefallen, aber größere Schäden blieben aus. Als Krisengewinnler zeigen sich lediglich die Taxifahrer: Sie verlangen an diesem Dienstag, obwohl fast Windstille herrscht, einen "Risikozuschlag" von 15 Dollar pro Fahrt.

Hochbetrieb herrscht dagegen im Weißen Haus: Präsident Barack Obama hatte bereits am Montagabend großzügige Hilfen des Bundes für die schwer getroffenen Gebiete in Aussicht gestellt und für die Bundesstaaten New York und New Jersey den Notstand ausgerufen. Entlang der gesamten Küste sind Angehörige der Nationalgarde und Katastrophenschutzhelfer im Einsatz. In diesen Tagen bewährt sich vor allem die nationale Katastrophenschutzbehörde FEMA, die Obama zu Beginn seiner Amtszeit in ihren Kompetenzen und in ihrer finanziellen Ausstattung deutlich gestärkt hatte. Eine Maßnahme, die ihm wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl zugute kommen dürfte. Sogar Chris Christie, der wortgewaltige republikanische Gouverneur von New Jersey, ist an diesem Dienstag voll des Lobes für den Amtsinhaber: "Ich danke dem Präsidenten ganz persönlich für seine großzügige Hilfe."

Es ist die Stunde der Exekutive - und Obama ist offenbar gewillt, sie nach Kräften zu nutzen. In Fernsehsender CNN ist zu sehen, wie der "Commander-in-Chief" mit Militärs und zivilen Helfern berät und Anweisungen erteilt. In dieser Krisensituation profitiert der Präsident auch von seiner vorhergehende Wahlkampfstrategie. Im Gegensatz zu den Republikaner sprechen sich die Demokraten seit Wochen für eine "Infrastrukturoffensive" aus: Straßen, Brücken und auch Kanalsysteme müssten dringend saniert werden, um im Fall von Naturkatastrophen besser gewappnet zu sein. Es sei nicht akzeptabel, dass im größten Industrieland der Welt noch immer viele innerstädtische Stromleitungen oberirdisch verlaufen und dementsprechend störanfällig seien. Angesichts der jüngsten Sturmschäden müssen sich die Mitarbeiter der Obama-Administration jetzt sicherlich nicht mehr als "Steuergeldverschwender" beschimpfen lassen.

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