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Panorama Kann gute Stadtplanung Verbrechen verhindern?
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00:16 06.11.2016
Von Michael B. Berger
Stadtviertel richtig strukturieren: Auch Beleuchtung spielt eine große Rolle für das Sicherheitsgefühl der Einwohner. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Hannover

Wenn es um mehr Sicherheit in den Städten geht, kommt regelmäßig der Ruf nach mehr Polizeibeamten. Niedersachsen will jetzt einen neuen Weg gehen: Neben der Polizei sollen auch die Stadtplanung und die Wohnungswirtschaft in Konzepte für mehr Sicherheit einbezogen werden. Das ist das Ergebnis eines Modellprojekts in Braunschweig, Emden und Lüneburg. Es solle stärker auf eine sicherheitsrelevante Gestaltung des öffentlichen Raumes geachtet werden, sagte Landespolizeipräsident Uwe Binias am Donnerstag zum Abschluss der Modellstudie.

Dafür wurden mit Braunschweig-Weststadt, Emden-Barenburg und Lüneburg-Mittelfeld drei Stadtteile ausgewählt, die in ihrer räumlichen und soziokulturellen Struktur stellvertretend für andere Städte stehen. Das Landeskriminalamt (LKA) und das Deutsche Institut für Urbanistik untersuchten, welche Orte von Bewohnern als unsicher empfunden werden - sogenannte Angsträume sind -, und was gefährliche Orte sind, an denen es tatsächlich zu Kriminalität kommt. Danach wurde geschaut, wie man diese verändern kann. Die Ergebnisse sollen deutschlandweit Anwendung finden.

Konkret wurde über Kriminalität hinaus nach Missständen wie etwa Lärm und Müll gesucht, die das nachbarschaftliche Miteinander stören, erklärte LKA-Projektleiterin Anke Schröder. Zur Problemlösung gehöre bereits, Zuständige für mehr Beleuchtung oder Sauberkeit zu ermitteln - wichtig sei ein gemeinsamer Blick von Kommune, Polizei und Wohnungswirtschaft auf ein Quartier. Entscheidend gerade beim Neubau von Vierteln seien die Stellung der Gebäude zueinander, die Erreichbarkeit und Lage von Wegen, die Beleuchtung und Möglichkeit sozialer Kontrolle.

„Wir legen Wert darauf, Straftaten nicht entstehen zu lassen“, sagte LKA-Präsident Uwe Kolmey. Der öffentliche Raum müsse ein Ort der Begegnung sein und Rückzugsmöglichkeiten bieten, aber keine Verstecke. Wie Landespolizeipräsident Binias betonte, sollten die alle zwei Jahre aus der Dunkelfeldstudie zu nicht angezeigter Kriminalität gewonnenen Erkenntnisse für eine intelligentere Stadtplanung genutzt werden.

„Wir haben eine Phase massiver Neubauplanung, die größte seit dem Zweiten Weltkrieg“, sagte LKA-Forschungsleiter Hartmut Pfeiffer. Gelernt werden könne aus Fehlern der Vergangenheit. Um alte Dorfkerne herum etwa seien Neubaugebiete angelegt worden, in denen es heute oft Einbrüche gebe - aus dem simplen Grund, dass sich dort tagsüber wenig Leute aufhalten. Im alten Dorfkern hingegen sorgten Geschäfte, Schulen, die Kirche oder der Friedhof dafür, dass von früh bis spät Menschen unterwegs seien und es eine soziale Kontrolle gebe. Eine ähnliche Durchmischung von Wohnen und öffentlichem Leben sei in künftigen Vierteln wünschenswert.

Setzt die CDU ihre Kandidaten mithilfe der Rechtskonservativen durch? Die SPD behauptet das – und schäumt. Die CDU habe damit „die AfD im Stadtrat salonfähig gemacht.“ Die CDU bestreitet jede Zusammenarbeit.

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