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Panorama Studentin ignoriert Schleierverbot: Katharina K. kommt weiter mit Niqab zur Uni
Mehr Welt Panorama Studentin ignoriert Schleierverbot: Katharina K. kommt weiter mit Niqab zur Uni
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12:04 13.05.2019
Eine Frau trägt einen Niqab. (Symbolfoto) Quelle: Peter Endig/dpa
Kiel

Das bundesweit beachtete Schleierverbot an der Uni Kiel wird offenbar nicht eingehalten. Katharina K., die den Streit um Niqab und Burka ausgelöst hatte, setze ihr Studium fort, bestätigte der Allgemeine Studierendenausschuss. Dabei trage sie in Uni-Veranstaltungen auch weiterhin einen Gesichtsschleier.

Die Verantwortlichen der Christian-Albrechts-Universität (CAU) Kiel haben andere Informationen. Aus der Pressestelle hieß es: Nachdem das Präsidium die Verhüllung in Lehrveranstaltungen untersagt habe, sei die Studentin weder zu Lehrveranstaltungen noch zu einer Prüfung erschienen.

„Offenbar hat das Präsidium keine Kenntnis davon, dass Katharina K. ihr Studium weiter fortführt“, vermutet Asta-Mitglied Marissa Zavazava. Dass Katharina K. an einer Prüfung nicht teilgenommen habe, stimme zwar. Ansonsten gehe der Uni-Alltag für sie aber „ganz normal“ weiter. Von den meisten Dozenten erfahre Katharina K. demnach sogar Unterstützung dafür, dass sie weiterhin mit einem Niqab erscheint. Das Schleierverbot des Präsidiums habe ja noch keine gesetzliche Grundlage, wird argumentiert.

Katharina K. äußert sich nicht zu ihrer aktuellen Situation. Mehrfache E-Mail-Anfragen der Redaktion dazu ließ sie unbeantwortet.

Uni hofft auf Änderung des Hochschulgesetzes

CAU-Vizepräsidentin Prof. Anja Pistor-Hatam hofft nach wie vor auf Unterstützung vom Land und auf verbindliche Regeln zum Schleierverbot durch eine entsprechende Änderung des Hochschulgesetzes: „Wir versprechen uns von der Anhörung des Landtags eine gesetzliche Regelung, die unsere Entscheidung stützt.“

Der Landtag startete Anfang April eine der größten Anhörungen seiner Geschichte. Noch bis zum 13. Juni sollen sich Experten von 110 Einrichtungen, Vereinen oder Einzelpersonen zu zwei Themenkomplexen äußern: erstens zu einem Gesetzentwurf der AfD, die das Schleierverbot an bayerischen Hochschulen auf Schleswig-Holstein übertragen will; und zweitens zu einem vom Landtag beschlossenen Antrag der Regierungskoalition, die „relevante Grundrechtsaspekte“ klären will.

Katharina K. will bis nach Karlsruhe gehen

Katharina K. hatte bereits im Februar angekündigt, notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen, um ihr „Grundrecht“ einer Gesichtsverschleierung aus religiösen Gründen auch in Uni-Veranstaltungen einzuklagen. Unterstützt wird die Studentin dabei von der Föderalen Islamischen Union – einem Verein mit Sitz in Hannover, den der niedersächsische Verfassungsschutz beobachtet, weil er ihn dem „politischen Salafismus“ zurechnet.

Die Kieler Universität begründete ihr Schleierverbot damit, dass Kommunikation in Forschung und Lehre nicht nur auf dem gesprochenen Wort beruhten, sondern auch auf Mimik und Gestik. Deshalb dürften Gesichtsschleier in Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Gesprächen, die sich auf Studium, Lehre und Beratung beziehen, nicht getragen werden.

Von Jürgen Küppers/RND

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