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Panorama Stalker erhält eineinhalb Jahre auf Bewährung
Mehr Welt Panorama Stalker erhält eineinhalb Jahre auf Bewährung
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00:15 02.12.2016
Symbolbild. Quelle: dpa
Göttingen

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte aus Verbitterung über die Trennung im November vergangenen Jahres einen fast zehn Kilo schweren Stein von einer 3,50 Meter hohen Böschung auf einen Parkplatz heruntergeworfen hatte, auf dem seine Ex-Freundin gerade eingeparkt hatte. Der Stein verfehlte knapp eine Kollegin der 28-Jährigen. Außerdem habe er sich bei fünf weiteren Taten unter anderem der Freiheitsberaubung, vorsätzlichen Körperverletzung, Nötigung, Sachbeschädigung, Urkundenfälschung sowie des Hausfriedensbruchs und versuchten Betruges sowie mehrerer Verstöße gegen das Gewaltschutzgesetz schuldig gemacht.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine zweijährige Bewährungsstrafe gefordert hatte. Die Strafe fiel insbesondere deshalb niedriger aus, weil die Kammer in zwei weiteren Fällen auf Freispruch entschied. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann vorgeworfen, seiner Ex-Freundin nachts Droh-SMS geschickt und sie aus dem Auto heraus mit der geballten Faust bedroht zu haben. Anders als bei den übrigen sechs Anklagen sei in diesen Fällen nicht zweifelsfrei erwiesen, dass der 30-Jährige die Taten begangen habe, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert, weil die Aussagen der als Nebenklägerin auftretenden Ex-Freundin nicht glaubhaft seien und eine Schuld des Angeklagten in keinem Fall erwiesen sei.

Mit Messer bedroht und gefesselt

Das Gericht zeigte sich dagegen überzeugt, dass der 30-Jährige sechs der angeklagten Taten begangen hat. Er habe nicht nur den schweren Stein in Richtung des Autos seiner Ex-Freundin geworfen, sondern diese auch einige Wochen zuvor mit einem Messer bedroht und in der Wohnung festgehalten. Bei einem weiteren Vorfall habe er sie im Schlafzimmer mit Kabeln gefesselt und am Bettgestell festgebunden. Nachdem gegen ihn eine Anordnung nach dem Gewaltschutzgesetz erlassen worden war, habe er sie weiter verfolgt und sei unter anderem bis zur Terrasse ihrer neuen Wohnung vorgedrungen.

Der Angeklagte hatte in dem Prozess von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Seine Reaktionen hätten gezeigt, dass er immer noch in erheblicher Weise verbittert sei, sagte der Vorsitzende Richter. Die Kammer habe lange überlegt, ob nicht eine höhere Freiheitsstrafe ohne Bewährung angemessen sei. Da der 30-Jährige jedoch bisher unbestraft sei und bereits mehrere Monate in Untersuchungshaft verbracht habe, gehe man davon aus, dass er in Zukunft keine weiteren Straftaten begehen werde.

Richter tadelt Ex-Freundin

Äußerst verärgert zeigte sich der Richter über das Verhalten der Ex-Freundin. Diese hatte sich für einen Fernsehbeitrag interviewen lassen, der in der vergangenen Woche und damit noch vor der Urteilsverkündung ausgestrahlt wurde. Es sei ausgesprochen kontraproduktiv, sich als Nebenklägerin während eines laufenden Prozesse gegenüber den Medien zu präsentieren, sagte Günther.

 Zum Schluss appellierte der Richter an den Angeklagten und die Nebenklägerin, im Interesse ihres gemeinsamen Kindes die schweren Verwerfungen zu überwinden und ihre Beziehung zu normalisieren. Danach sah es allerdings nicht aus: Noch während der Richter das Urteil begründete, machte der Angeklagte eine wütende Geste in Richtung Zuschauerraum zum neuen Partner seiner Ex-Freundin. Als der Richter ihn zum Schluss darauf hinwies, dass er gegen das Urteil Revision einlegen könne, sagte er sofort: „Werd` ich auch!“

Von Heidi Niemann

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