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Panorama Staatsbad will mit Moor aus der Tube punkten
Mehr Welt Panorama Staatsbad will mit Moor aus der Tube punkten
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15:50 12.08.2009
Staatsbad Moor Tube punkten bad nenndorf eigene kosmetikserie
Eine Tube der «Moor Lotion» aus der Kosmetikserie des Staatsbades Nenndorf. Quelle: Peter Steffen dpa/lni
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„Unser Konzept ist einmalig in Deutschland“, schwärmt Staatsbad-Geschäftsführer Peer Kraatz. Partner ist die österreichische Firma „Alpienne“, die unter anderem gehobene Wellness-Hotels mit ihren Naturprodukten beliefert. Die Idee sei mehr als ein Marketing-Gag, betont Kraatz. „Die Österreicher verarbeiten nur unsere Rohstoffe wie unser beim Steinhuder Meer abgebautes Moor.“

Die ersten Lieferungen von Moor, Schwefel und Sole aus Niedersachsen wurden schon per Flugzeug, Bahn und Lastwagen zur Verarbeitung gen Süden verschickt. Stolz präsentiert das Bad nun erste Testprodukte wie die „moor-propolis lotion“. Die komplette Serie mit 70 Artikeln von der Tagescreme über die Gesichtsmaske bis zum Haarshampoo soll im Oktober vorgestellt werden.

„Wenn ein Bad auf diese Weise sein Image aufpoliert, profitieren auch die anderen davon“, sagt der Vorsitzende des Heilbäderverbands Niedersachsen, Heinz-Hermann Blome. Er sieht im Gesundheitstourismus den „Megatrend der Zukunft“. Niedersachsen sei mit 50 Heilbädern und 110 Erholungs- und Luftkurorten sehr gut aufgestellt und unter den Bundesländern bereits die Nummer drei nach Bayern und Baden-Württemberg. Auch andere Orte, wie Bad Pyrmont, wo Blome Kurdirektor ist, verarbeiten das eigene Heilwasser zum Beispiel zu Kühlgels oder Rheumamittel. Eine eigene Kosmetikserie wie in Bad Nenndorf ist indes neu.

Die Idee, die uralten Naturstoffe Moor, Schwefel und Sole in Tuben zu bannen, entstand vor etwa einem Jahr. „Im Zeitalter von Allergien ist das eine hervorragende Geschichte“, meint Staatsbad-Chef Kraatz, der viele Zielgruppen anpeilt. Es gibt spezielle Produkte für Leute mit Hautproblemen oder für Sportler. Schwierig habe sich die Suche nach einem Partner gestaltet, der 100 Prozent Natur liefern kann, erzählt Kraatz. Die Industrie setze häufig chemische und synthetische Trägerstoffe ein. „Das kam für uns nicht infrage. Wir wollten keine Mogelpackung machen.“

Das Staatsbad plant, die Produkte in einem eigenen Geschäft zu vertreiben und bundesweit Verträge mit Wellness-Hotels abzuschließen. „Dort müssen die Mitarbeiter aber vorher geschult werden“, erklärt Christian Hoffmann von der beteiligten Marketing-Agentur „A2 brands“ geheimnisvoll. Es gebe spezielle Zeremonien, wie die Mittel anzuwenden sind. Die Verantwortlichen geben sich optimistisch, dass die Kosmetikserie ein Renner wird - nicht nur bei den eigenen etwa 18 000 Kurgästen pro Jahr, sondern auch deutschland-, ja sogar weltweit. Schließlich will das Bad damit auch Geld verdienen. Die ersten Test-Produkte seien hervorragend angekommen, heißt es. Als Beispiel fällt Hoffmann ein besonders bei den Damen beliebtes Moor-Mousse ein: „Es sieht aus wie Nutella, ist aber eine Entspannungsmaske fürs Gesicht.“

lni