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Panorama Spektakuläre Aktion rettet Kapitän
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08:20 13.04.2009
US-Kapitän Richard Phillips (hier mit Kommandan David Fowler, links). Quelle: U.S.-Navy
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Nach Angaben der US-Marine wurden bei dem Einsatz drei Piraten getötet und ein weiterer festgenommen.

Vor seiner Befreiung war der 53-jährige Phillips offenbar in unmittelbarer Lebensgefahr. Der Befehlshabende vor Ort habe sich daher „binnen Sekunden“ zum Eingreifen entschlossen, sagte Vize-Admiral Bill Gortney, Chef des Zentralkommandos der US-Marine, in einer aus dem Hauptquartier der V. US-Flotte in Bahrain übertragenen Videopressekonferenz. Daraufhin seien drei der vier Piraten durch Scharfschützen an Bord eines US-Marineschiffs erschossen worden. Demnach hatte Obama zuvor einen Einsatz gegen die Geiselnehmer angeordnet, falls das Leben Phillips’ in Gefahr gerate.

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Laut Gortney hatte die US-Armee zuvor an Bord des US-Kriegsschiffes „USS Bainbridge“ mit einem der Piraten erneut ergebnislos über eine Freilassung des Kapitäns verhandelt. Dabei sei auch die Forderung nach einem Lösegeld gestellt worden, sagte Gortney. Dies sei von US-Seite jedoch abgelehnt worden. Der Vertreter der Piraten sei daraufhin auf das Boot der Geiselnehmer zurückgekehrt und die Situation habe sich verschärft, sagte der Vize-Admiral. Angaben zu der Höhe der Lösegeldforderung machte er nicht. Die Piraten waren demnach unter anderem mit Maschinengewehren bewaffnet, die sei auf ihren gefesselten Gefangenen gerichtet hatten.

„Ich bin sehr erfreut, dass Kapitän Phillips gerettet wurde“, erklärte Obama am Sonntag in Washington. Die Sicherheit des Familienvaters habe bei dem Einsatz im Vordergrund gestanden. Die USA seien weiterhin entschlossen, den Kampf gegen die Piraterie vor der somalischen Küste fortzuführen. Angaben aus US-Regierungskreisen zufolge sprach Obama am Telefon mit Phillips und dessen Ehefrau Andrea. Phillips stammt aus dem Neuengland-Staat Vermont, er hat zwei erwachsene Kinder.

Nach Angaben der US-Streitkräfte wurde der 53-Jährige zunächst auf den Raketenwerfer „USS Bainbridge“ und von dort auf die „USS Boxer“ gebracht. Phillips sei nach der fünftägigen Geiselhaft wohlauf, sagte Gortney. Demnach wurde der Kapitän auf der „USS Boxer“ medizinisch untersucht und hatte die Gelegenheit, seine Familie anzurufen. Das US-Justizministerium prüfe nun, wie der bei der Befreiungsaktion festgenommene Pirat zur Rechenschaft gezogen werden könne.

Phillips’ Schiff, die „Maersk Alabama“, wurde am Mittwochmorgen von Piraten angegriffen, der Kapitän wurde als einziges Besatzungsmitglied entführt. Die Seeräuber verschleppten ihn auf dem Rettungsboot, von dem er bereits am Samstag zu entkommen suchte, indem er ins Meer sprang. Die US-Marine hatte zwei Kriegsschiffe in die Nähe des Rettungsbootes geschickt.

Gortney bestätigte Medienberichte, wonach der Kapitän sich als Geisel angeboten hatte, um seine Crew zu schützen. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, brach die Mannschaft auf der „Maersk Alabama“ im Hafen der kenianischen Küstenstadt Mombasa in Jubel aus, als sie von der Befreiung ihres Kapitäns erfuhr. Sie öffneten demnach eine Flasche Champagner und schwenkten eine US-Flagge.

afp