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Panorama Spaziergängerinnen angegriffen und vergewaltigt? Verdächtiger streitet alles ab
Mehr Welt Panorama Spaziergängerinnen angegriffen und vergewaltigt? Verdächtiger streitet alles ab
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18:11 06.09.2019
Im Memminger Landgericht wird der Fall verhandelt. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Memmingen

Ein Ehemann beschreibt vor dem Landgericht Memmingen die mutmaßliche Vergewaltigung seiner Frau durch den Angeklagten: Wenn sie sich wehrte, sei er aggressiver geworden. In Todesangst habe sie die Tat über sich ergehen lassen. Auf der Anklagebank sitzt der Tatverdächtige, ein 26-Jähriger, der im Dezember 2018 diese und zwei Tage später eine weitere Spaziergängerin im Unterallgäu vergewaltigt haben soll. Der Anklage nach soll er zudem versucht haben, zwei weitere Frauen zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Drei der vermeintlichen Übergriffe erfolgten an einem Nachmittag.

Eines der Opfer sagte am Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Laut Anklage ereignete sich die Tat an einem frühen Abend in Egg an der Günz (Kreis Unterallgäu). Die Spaziergängerin ging mit ihrem Hund Gassi. Dabei soll sie von dem Mann in ein Gespräch verwickelt und kurz darauf zu Boden geworfen und vergewaltigt worden sein.

Verdächtiger soll Frau in Cafétoilette bedrängt haben

Zwei Tage später folgte den Ermittlungen nach der zweite Übergriff in einem Café im wenige Kilometer entfernten Babenhausen (Landkreis Unterallgäu). Die Tat soll sich folgendermaßen zugetragen haben: Eine Bedienung geht auf die Damentoilette, es rüttelt an der Tür. Sie vermutet, eine andere Frau würde hereinwollen. Als sie öffnet, steht ein Mann vor ihr. Er packt sie an den Handgelenken, drückt sie in die Kabine zurück und versucht, sie zu vergewaltigen. Die Frau kann sich losreißen. Der Angeklagte war Gast im Café, trank Bier. Die Bedienung kassierte ihn nach dem Vorfall noch ab, wie sie vor Gericht sagt.

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Die dritte Tat soll unmittelbar danach erfolgt sein: Eine Spaziergängerin öffnet auf einem Parkplatz nahe eines Weihers in Babenhausen die Beifahrertür, um ihren Hund hineinzulassen. Der Angeklagte soll sie ins Auto geschubst, gewürgt und vergewaltigt haben. Als der Mann kurz aussteigt, verriegelt das Opfer alle Türen, will mit dem Auto fliehen. Der Täter wirft sich auf die Motorhaube, weil sein Rucksack noch im Auto liegt. Mehrere Meter hält er sich am Wagen fest, bis er fällt. Die Frau sei nicht vernehmungsfähig, teilt der Richter mit.

Direkt im Anschluss soll der Angeklagte eine vierte Frau bedrängt haben. Sie war den Erkenntnissen nach am Weiher, um Tannenzweige für den Adventskranz abzuschneiden, als der Angeklagte sie in eine Umkleidekabine für Badegäste zerrt, würgt und versucht, sich an ihr zu vergehen. Mit der Schere sticht sie auf ihn ein, ohne Wirkung. Letztlich bekommt ein Spaziergänger vom Geschehen mit. Der Täter flüchtet. Die Polizei nimmt kurz darauf den Mann aus Eritrea fest.

Angeklagter streitet alle Taten ab

Was ging in dem Kopf des Flüchtlings vor? Zum Prozessauftakt am Freitag stritt der Angeklagte die Taten ab. "Ich habe Angst in Gegenwart von Frauen. Ich kann nicht einfach so mit ihnen reden", sagt er. Der Staatsanwalt ist aufgrund der "erdrückenden Beweislage" jedoch davon überzeugt, dass es zu einer Verurteilung kommt. "Letztlich geht es darum, wie hoch die Strafe sein wird."

Der Kriminologe Christian Pfeiffer hat einen Erklärungsansatz: "Unter den Zuwanderern sind kaum gleichaltrige Frauen, die dieselbe Sprache sprechen und die Kultur verstehen. Der Mangel an Chancen mit Frauen in Kontakt zu treten, kann ein erhöhtes Risiko hervorrufen, übergriffig zu werden." Bei den "sozial Angekommenen wie anerkannten Flüchtlingen, ausländischen Arbeitern, ausländischen Schülern und Studenten" ist dem Wissenschaftler zufolge die Zahl der Tatverdächtigen in den Kriminalstatistiken rückläufig. "Gestiegen ist jedoch die Zahl der Tatverdächtigen, die nicht Fuß fassen konnten, keine Arbeitserlaubnis und keine Perspektive haben", sagt Pfeiffer.

Für den Prozess sind drei weitere Verhandlungstermine vorgesehen.

RND/dpa/hsc

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