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Panorama Spanien kämpft gegen unerwünschte Airbnb-Unterkünfte
Mehr Welt Panorama Spanien kämpft gegen unerwünschte Airbnb-Unterkünfte
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16:42 24.07.2019
Ein Schlüssel mit einem Airbnb-Anhäger und eine Herzlich-willkommen-Karte liegen in der Wohnung eines Airbnb-Gastgebers. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Madrid

In privaten Unterkünften wohnen und meist weniger als im Hotel zahlen – das ist das Geschäftsmodell von Airbnb. Einfach per App oder auf der Website buchen: Das ist mittlerweile in 191 Ländern und 81 000 Städten weltweit möglich. Allein in Deutschland gab es 2018 150 000 buchbare Unterkünfte.

Airbnb und ähnliche Plattformen haben in wenigen Jahren auch die spanischen Städte erobert – und die Nachbarschaftsvereine gegen sich aufgebracht: weil sie Einwohner verdrängen, mutmaßlich ihren Teil zu steigenden Mieten beitragen und die Ladenstruktur verändern. Fast alle spanischen Stadtregierungen haben sich Strategien ausgedacht, das Angebot der übers Netz beworbenen Wohnungen zu beschränken. Besonders erfolgreich waren sie damit bisher nicht.

Barcelona kämpft hartnäckig gegen Airbnb

Barcelona, das sowieso schon von Touristen überlaufen ist, kämpft am hartnäckigsten. Dort gibt es seit 2014 keine neuen Lizenzen für Airbnb-Wohnungen mehr. Die linke Bürgermeisterin Ada Colau hält sich zugute, in den vergangenen drei Jahren gut 3000 illegale Ferienapartments geschlossen zu haben.

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Wer den Verdacht hat, dass eine Nachbarwohnung ohne Lizenz an Touristen vermietet wird, kann über eine eigens eingerichtete Telefonnummer oder ein Formular im Netz Anzeige erstatten. „Wir wollen nichts weiter, als dass Airbnb das Gesetz einhält“, sagt die Zweite Bürgermeisterin Barcelonas, Janet Sanz. Die Verbreitung von Ferienwohnungen hat die 1,6-Millionen-Einwohner-Stadt trotzdem nicht verhindern können. Über Airbnb, das 2008 gegründet wurde, sind in Barcelona heute mehr als 20 000 Wohnungen im Angebot, 1000 mehr als vor einem Jahr und 4000 mehr als vor drei Jahren.

Auch Madrid ist vom Ferienwohnungsboom betroffen

In Madrid, das doppelt so groß ist wie Barcelona und sich über den Tourismus bis vor Kurzem nie beschwert hat, ist der Ferienwohnungsboom noch erstaunlicher: Waren es Anfang 2016 noch 8000 Airbnb-Unterkünfte, sind es heute 21 500. Die alte linke Stadtregierung erließ dieses Jahr einen „besonderen Beherbergungsplan“, der für Urlaubsapartments einen eigenen Zugang von der Straße fordert. Konsequenzen hatte das bisher keine. Nun ist in Madrid ein konservativer Bürgermeister am Ruder und hat nicht zu erkennen gegeben, dass er sich wegen der beklagten „Touristifizierung“ Sorgen macht.

In Valencia am Mittelmeer sieht das anders aus. Dort hat die linke Regionalregierung den Kampf gegen Airbnb aufgenommen. Die Plattform geht gerade durch die Gerichtsinstanzen, um eine 30 000-Euro-Buße abzuwenden, die ihr wegen Werbung für Wohnungen ohne Lizenz auferlegt wurde. Bisher haben die Richter der Regionalregierung recht gegeben. „Früher oder später muss Airbnb seine Haltung ändern und verstehen, dass die Verordnungen dafür da sind, eingehalten zu werden“, sagt Tourismussekretär Francesc Colomer. In Valencia hat sich die Zahl der Airbnb-Apartments seit 2016 auf heute 7350 mehr als verdoppelt.

Auf Mallorca ist Airbnb verboten – und trotzdem werden 1950 Apartments angeboten

Am bemerkenswertesten aber ist der Fall Palma de Mallorca. Dort ist die Vermietung von Ferienwohnungen verboten. Nach Daten der Website Inside Airbnb stehen dort zurzeit trotzdem 1950 Apartments für Urlauber zur Verfügung.

Doch es ist nicht nur das Land Spanien, das mit Airbnb zu ringen hat. Auch andere europäische Metropolen beschäftigt der US-Wohnungsvermittler: So wollte die niederländische Stadt Amsterdam, die sowieso schon eine Begrenzung für Fremdvermietung hat, diese noch mal verschärfen. Während in München jedem, der länger als acht Wochen über Airbnb vermietet, ein Bußgeld droht, fordert auch in anderen deutschen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen der Mieterbund die Landesregierung zum Handeln auf.

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Von RND/Martin Dahms

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