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Panorama Somalische Piraten kapern erneut Schiffe
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17:51 29.12.2009
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Durch die Überfälle der Seeräuber auf einen britischen Chemie-Frachter, einen griechischen Großfrachter mit Düngemitteln und einen jemenitischen Frachter erhöhte sich die Zahl der entführten Schiffe am Dienstag auf mindestens elf mit rund 250 Mann Besatzung.

Zuletzt brachten die Piraten einen mit Chemikalien beladenen Frachter und seine 26-köpfige Besatzung in ihre Gewalt. Die unter britischer Flagge fahrende „St James Park“ sei auf dem Weg von Spanien nach Thailand gewesen und habe von internationalen Truppen bewachte Gewässer befahren, als sie am Montag von den Piraten geentert wurde, sagte der Leiter des ostafrikanischen Seefahrerhilfsprogramms, Andrew Mwangura, am Dienstag in Nairobi. Das Schiff habe anschließend Kurs auf die nördliche Küste Somalias genommen. Die Besatzungsmitglieder kommen den Angaben zufolge aus Russland, der Ukraine, Rumänien und Bulgarien, von den Philippinen, aus Polen, Georgien, Indien und der Türkei.

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Der unter griechischer Flagge fahrende 52.000-Tonnen-Frachter „Navios Apollon“ war unterwegs von Florida nach Indien, als das Schiff ebenfalls am Montag von zehn Piraten auf Schnellbooten überfallen wurde. Sie brachten den griechischen Kapitän und 18 Seeleute von den Philippinen in ihre Gewalt. Auch die 15-köpfige Besatzung des jemenitischen Frachters „El Mahmudia 2“ erwies sich gegen den Angriff von Piraten als machtlos. Mindestens zwei der drei Überfälle erfolgten im Golf von Aden, der jährlich von 20.000 Handelsschiffen als Zufahrt zum Roten Meer genutzt wird.

Seit Monaten bemüht sich eine internationale Armada darum, die Angriffe von Piraten zu stoppen. Allerdings ist die Seeräuberei für viele Somalier angesichts der Folgewirkungen des Bürgerkriegs eine der lukrativsten Betätigungen. Immer wieder werden für die Freilassung der Handelsschiffe und ihrer Besatzung hohe Lösegeldsummen gezahlt - beispielsweise am Sonntag, als für den chinesischen Frachter „Dexinhai“ 3,5 Millionen Dollar aufgebracht wurden. Die Statistiken der Organisation Ecoterra International weisen aus, dass derzeit vor der Küste Somalias elf Schiffe mit 250 Mann Besatzung in der Gewalt von Piraten sind.

AFP