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Panorama So sieht die "Marco Polo" von innen aus
Mehr Welt Panorama So sieht die "Marco Polo" von innen aus
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18:48 13.12.2012
Unübersehbar: "Marco Polo" im Hamburger Hafen. Quelle: dpa
Hamburg

Mit vereisten Tauen liegt das größte Containerschiff der Welt bewegungslos an einem Kai des Hamburger Hafens. „Marco Polo“, 54 Meter breit, hat viele Bewunderer. Würde sich der Koloss aufrichten, könnte er mit seiner Länge von 396 Metern auf das New Yorker Empire State Building herunterspucken. Brächte man seine Tragfähigkeit von 16 000 Standardcontainern auf die Straße, wäre allein dafür ein Fahrstreifen von Hamburg nach Hannover mit Lastwagen komplett belegt. In der Nacht zum Mittwoch hatte das Ungetüm der französischen Reederei CMA CGM zum ersten Mal Hamburg einen Besuch abgestattet.

„Marco Polo“ ist ein Schluckspecht. In Spitzenzeiten klettere der Spritdurst des Schiffs auf bis zu 350 Tonnen Treibstoff pro Tag, erklärt Schiff-Chef Krunoslav Vukosic. Im Maschinenraum, 150 Stufen unter der Offiziersbrücke, wummern die Maschinen von allen Seiten. 14 Zylinder treiben das Riesenschiff mit einer Leistung von 100 000 PS an. Der Kraftstoff wird durch Rohre so dick wie Pipelines gepumpt.

Am Donnerstagabend sollte der Frachter wieder ablegen und die Reise elbabwärts über Bremerhaven, Nordafrika, Malta und die Vereinigten Arabischen Emirate nach Asien antreten. Künftig soll das Riesenschiff alle zehn oder elf Wochen im Hamburger Hafen anlegen. Und das, ohne die von der Hafen-Wirtschaft geforderte Elbvertiefung. Grund: Das Schiff kam nicht mit voller Last an. Allerdings, so bemängeln Wirtschaftsvertreter, könnte die „Marco Polo“ 1400 Container mehr laden, wenn die Elbe einen Meter tiefer wäre.

Umweltschützer halten dagegen: Die „Marco Polo“ sei nicht wegen des tatsächlichen Tiefgangs von 10,70 Meter tideabhängig in Hamburg eingelaufen. Grund sei das Wendemanöver im Hafen gewesen, das wegen der begrenzten Fahrrinnenbreite nur bei sogenanntem Stauwasser gemacht werden könne. Mit dem Tiefgang hätte sie zu jeder Zeit den Hafen erreichen können, meint der Förderkreis „Rettet die Elbe“. Und auch nach einer Elbvertiefung auf 14,50 Meter werde dieser Koloss Hamburg nicht voll beladen ansteuern können. Dann habe das Schiff nämlich einen Tiefgang von 16 Metern.

Vor rund 30 Jahren gab es diese Diskussionen noch nicht. Damals hatte die „Katjana“ als erstes Containerschiff Hamburg angelaufen, wie Reinhard Peschel, Geschäftsführer von CMA CGM in Deutschland, sagt. 160 Meter lang war die Attraktion des 22. Oktobers 1983. Heute unvorstellbar: Lediglich 50 Container wurden auf- und abgeladen. Seither kennt das Wachstum der Giga-Schiffe kaum noch Grenzen.

Die Investition in die See-Giganten lohnt sich. „Das ist wie bei einem Riesenpassagierflugzeug. Je größer es ist, desto mehr spart man ein“, sagt der 63 Jahre alte Reederei-Boss. Ein geschickter Austausch von alten durch neue Containerschiffen könne die Stellplatz-Kosten so zwischen 15 bis 20 Prozent schmälern.

Für die Crew ist der Dienst an Deck ein besonderes Ereignis. „Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagt Kapitän Igor Sikic. Bevor sie das Riesenschiff steuern dürfen, müssen sich Kapitäne jedoch erst an Simulatoren erproben. Doch selbst für hartgesottene Seebären stößt die Faszination für das stählerne Seeungeheuer irgendwann an ihre Grenze. „Der letzte Kapitän hat die Probefahrt mitgemacht und war acht Monate lang auf dem Schiff. Gestern hatte er den letzten Tag. Der hatte die Nase voll“, sagt ein Mitarbeiter der Reederei mit einem Augenzwinkern.

dpa

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