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Panorama So kommen Sie noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest
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12:52 22.12.2010
Wer in diesen Tagen eine Reise macht, muss Geduld mitbringen und angesichts des Wetters gut planen. Quelle: dpa
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Beglückwünscht seien diejenigen, die zu Fuß zum Weihnachtsfest gelangen können! Obwohl: Glück benötigen diese eigentlich am wenigsten. Das Fortbewegen auf Glatteis haben wir in den vergangenen Tagen trainiert. Glück brauchen andere Weihnachtsheimkehrer viel dringender.

Mit dem Auto zum Fest

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Der Verkehrsklub ADAC rät Autoreisenden, sich möglichst schon am Donnerstagmorgen auf den Weg zu machen. „Das ist das Optimum“, sagte Jörg Becker vom Berliner ADAC. „Die Straßen sind noch nicht so voll, und man fährt in der Tageszeit.“ Die erste große Reisewelle über Deutschlands Straßen wird für heute erwartet, dem letzten Schultag vor Weihnachten in insgesamt neun Bundesländern. Voller auf den Straßen werde es danach erst wieder am Donnerstagnachmittag. Verhältnismäßig ruhig dürfte es dagegen am Nachmittag des 24. Dezember bleiben. Lediglich im gesamten Harz ist bis zum Jahreswechsel mit großem Andrang zu rechnen. Aber letztlich muss man derzeit immer damit rechnen, im Stau zu stehen. Je nachdem, wo man hin will, sollte man einen Zeitpuffer von mindestens einer Stunde einplanen. Zu den am meisten belasteten Strecken gehören auch die Autobahn 2 und 7.

Der Experte rät „eine Kanne mit Heißgetränken, eine warme Decke und eine Tafel Schokolade“ mitzunehmen, „als Nervennahrung“. Wichtig sei es, wann immer möglich zu tanken. „Im Stau verbraucht das Auto mehr“, sagte Becker. Zudem könne Benzin gerade in Bergregionen knapp werden.

Die größte Rückreisewelle erwartet der ADAC für den 26. Dezember. „Wer es vermeiden kann, sollte nicht nachmittags aufbrechen.“ Von der Reise mit dem Auto rät er aber nicht gänzlich ab: „In keinem Fall wird es in diesem Jahr eine Alternative geben, die komfortabel und bequem ist.“ Damit wären wir beim Thema Bahn.

Besonders achtgeben sollten Autofahrer vor Blitzeis. Gebe es eine solche Ansage, sollte der Wagen stehenbleiben, betont der ADAC. „Bei Blitzeis haben Autofahrer keine Chance.“ Für die kommenden Tage hat der Wetterdienst insbesondere im Süd-Osten Niedersachsens tagsüber Tauwetter angesagt. Da die Temperaturen im Laufe des Abends dann wieder fallen, drohen spiegelglatte Straßen.

Mit der Bahn zum Fest

Nein, sagt die Bahnsprecherin, Prognosen über den Bahnverkehr der kommenden Tage werde man ihr nicht entlocken. Was für Autofahrer gilt, gilt auch für Bahnreisende: Im Zweifel sei es einfach besser, früher loszufahren und für die Reise mehr Zeit einzuplanen. Aber die Bahn bemüht sich um Entspannung und setzt mehr Züge ein. Von heute an bis mindestens 29. Dezember ändert sie die Fahrpläne. Zusätzliche Intercitys sollen vor allem auf den Strecken Köln–Ruhrgebiet–Berlin, Hamburg–München und Hamburg–Ruhrgebiet–Stuttgart–Basel eingesetzt werden. Die Fahrzeiten sind unter www.bahn.de einsehbar.

Auf der IC-Linie Köln-Leipzig entfällt von Mittwoch an der Intercity zwischen Hannover und Leipzig alle zwei Stunden. Stattdessen fahren zwischen Hannover und Magdeburg Regio-Züge. Reisende von und nach Leipzig müssen in Berlin umsteigen und brauchen 50 Minuten länger.

Dennoch könnte es zu Weihnachten eng werden in den Zügen. Besonders am 23. Dezember, dem Hauptreisetag vor dem Fest, sollte nur in den Zug steigen, wer einen Sitzplatz reserviert hat. Der Tipp der Bahn: Mehr Nahverkehr nutzen – oder die 1. Klasse buchen. Das ist bequem, aber leider auch teuer.

Mit dem Flugzeug zum Fest

Auf dem wichtigsten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main sind am Mittwochmorgen wieder alle Start- und Landebahnen in Betrieb. Das sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport der Nachrichtenagentur dpa. „Es deutet alles darauf hin, dass sich die Dinge entspannen. Die Überhänge vom Dienstagabend sind fast abgebaut.“ Die weitere Entwicklung hänge aber nicht allein vom Frankfurter Flughafen ab, sondern auch von der Leistungsfähigkeit der anderen europäischen Airports.

Obwohl der Flugbetrieb in Frankfurt „reibungslos“ laufe, müssten 60 Flüge gestrichen werden. „Die Umläufe stimmen europaweit noch nicht“, sagte der Sprecher. Den Tag über werde man versuchen, die etwa 3500 gestrandeten Passagiere zusätzlich zum normalen Passagieraufkommen in den Maschinen unterzubringen - und dass bei einem noch immer durcheinandergewirbelten Flugplan mit Ausfällen und Verspätungen. Die Terminals seien am Morgen schon wieder „gut belebt“. Rund 600 Passagiere hatten die Nacht am Flughafen auf Feldbetten verbracht. Der Großteil der Wartenden ließ sich die Nacht über in Hotels einquartieren, teilweise 70 Kilometer außerhalb der Stadt.

Für Donnerstag sei außerdem noch einmal mit einem Zuwachs an Fluggästen zu rechnen, weil in neun Bundesländern die Weihnachtsferien beginnen. „Eine Prognose, ob sich rechtzeitig zu Weihnachten wieder alles normalisiert haben wird, kann wirklich noch keiner geben“, hatte schon am frühen Morgen ein Fraport-Sprecher gesagt. Zumindest die Wettervorhersage sei vorteilhaft.

Alexander Dahl / Marina Kormbaki / Wiebke Ramm / dpa