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16:42 28.01.2015
Foto: Grundlage für den Depressionsatlas sind die Krankschreibungen von 4,1 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen.
Grundlage für den Depressionsatlas sind die Krankschreibungen von 4,1 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hamburg

Hannover liegt mit einem Fehltag genau im Landesdurchschnitt. Die wenigsten Fehltage aufgrund von Depressionen gab es laut der Studie unter anderem in Cloppenburg (0,6), Osnabrück, Schaumburg, Northeim, Verden und Friesland (je 0,7 Tage).

Hamburg führend im Bundesvergleich

Im bundesweiten Vergleich hat Hamburg 2013 die höchsten Fehlzeiten aufgrund von Depressionen verzeichnet. Das geht aus Daten des „Depressionsatlas Deutschland“ hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch in Berlin vorstellte. In der Elbestadt entfielen demnach auf eine Erwerbsperson im Durchschnitt 1,42 Fehltage mit der Diagnose Depression. Auch in Schleswig-Holstein und Berlin lag der Anteil der arbeitsunfähig geschriebenen Versicherten um mehr als zehn Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Baden-Württemberg wies dagegen mit durchschnittlich 0,84 Fehltagen die geringsten Fehlzeiten aufgrund dieser psychischen Erkrankung auf. Auch Bayern und Sachsen lag bei den durch Depression verursachten Fehltagen um rund zehn Prozent oder noch mehr unter dem Bundesdurchschnitt.

Für ihre Studie hatte die TK erstmals lokale Daten ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass sich die Betroffenenraten auch innerhalb der Bundesländer zum Teil deutlich unterscheiden. In Baden-Württemberg zum Beispiel lagen 2013 die Fehlzeiten aufgrund von Depressionen in Pforzheim, Rottweil und Mannheim höher als im Bundesdurchschnitt. Für Bayern wurden vor allem in östlichen Kreisen an der Grenze zu Tschechien, aber auch in Coburg überdurchschnittliche Betroffenenraten festgestellt.

Laut dem TK-Report haben sich sowohl bei den Krankschreibungen mit Depression als auch bei den Verordnungen von Antidepressiva im Laufe von 14 Jahren die Unterschiede zwischen den Bundesländern verringert. Dies könne auf eine Angleichung der Lebensumstände, aber auch auf eine Angleichung der diagnostischen und therapeutischen Strategien von Ärzten hindeuten.

Grundlage für den Depressionsatlas sind die Krankschreibungen von 4,1 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Depressionen waren im Jahr 2013 demnach für 7,1 Prozent aller gemeldeten Fehltage verantwortlich. Im Schnitt war jede Erwerbsperson gut einen Tag aufgrund von Depressionen arbeitsunfähig gemeldet, wobei eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Langwierigkeit der Erkrankung durchschnittlich 64 Tage dauerte.

Berufe mit hohem Stresslevel

Betroffen sind laut TK vor allem Berufe mit einem hohen Stresslevel und einer großen psychischen Belastung wie im Callcenter (2,8 Tage), in der Altenpflege (2,5), in Erziehungs- (1,6) sowie Sicherheitsberufen (1,4).

Ohne ärztliche Hilfe geht es nicht

Leidet der Partner an einer Depression, sollte man versuchen, eine sachliche Haltung einzunehmen. Das bedeutet, sich vor Augen zu führen: Es ist eine Krankheit. Weder ist man daran schuld, noch verantwortlich für die Heilung, erklärt Prof. Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.  Unterstützung ist wichtig, aber allein stößt man schnell an Grenzen. „Mit Zuwendung alleine kann man die Depression nicht heilen.“ Es braucht professionelle Hilfe.

dpa/ska

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