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Panorama Skandal um Bio-Eier kommt Agrarminister Christian Meyer zugute
Mehr Welt Panorama Skandal um Bio-Eier kommt Agrarminister Christian Meyer zugute
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14:29 25.02.2013
Für Agrarminister Christian Meyer ist der Skandal um die falsch deklarierten Bio-Eier eine politische Steilvorlage. Quelle: dpa
Hannover

Mogelpackung bei Bio-Eiern: Für Niedersachsens grünen Agrarminister Christian Meyer eine politische Steilvorlage. Kaum eine Woche nach seiner Vereidigung kann sich der Minister der neuen rot-grünen Regierung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) vor den TV-Kameras der Nation bereits profilieren. Millionen Eier aus Freiland-, Boden- und Bio-Haltung vor allem aus Niedersachsen sollen als angebliche Bio-Eier vermarktet worden sein - obwohl die Legehennen in überbelegten Ställen nicht wie dafür vorgeschrieben gehalten und gefüttert worden sein sollen.

Noch sind es lediglich Vorwürfe, bei denen allerdings allein die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen rund 150 niedersächsische Betriebe ermittelt. Doch nach dem falsch deklarierten Pferdefleisch in Lasagne-Packungen zertrümmert der sich abzeichnende neue Skandal um falsch ausgezeichnete Eier nun das Verbraucher-Vertrauen noch weiter. Anderthalb Jahre lang recherchierte die Staatsanwaltschaft, nun erst wurden ihre Ermittlungen publik. Für Meyer ein Traumstart. Denn es geht beim Thema Massentierhaltung und Verbraucherschutz um seine Kernthemen, mit denen er bereits im Wahlkampf auf Stimmenfang ging.

Als engagierter Kämpfer gegen Massentierhaltung propagiert der studierte Sozialwirt aus Holzminden eine ökologisch-nachhaltige Landwirtschaft in dem nördlichen Agrarland. Er will vor allem die Förderung klein- und mittelständischer Betriebe vorantreiben - wie etwa regionale Geflügel-Betriebe in Ostfriesland, die heute schon die gesetzlichen Vorgaben bei der Eier-Produktion übererfüllen. In Niedersachsen will die neue Landesregierung daher durchsetzen, dass das „Wie?“ bei der Lebensmittel-Erzeugung künftig transparenter wird.

„Das haben wir bisher nur bei den Eiern, wo eben Käfig-, Freiland-, Bodenhaltung drauf steht“, hatte Meyer nur kurz vor seiner Vereidigung betont. „Wir wollen so was auch ausweiten auf verarbeitete Produkte - also wenn das Ei im Kuchen ist.“ Die entsprechenden Anbieter könnten sich mit ihren Produkten am Markt besser durchsetzen, meint er: „Deshalb setzen wir uns da für bessere Kennzeichnung, für einfache Siegel und für mehr Klarheit ein.“

Niedersachsen soll „Agrarland Nummer eins“ bleiben, versicherte der im Wahlkampf als „Bauern-Schreck“ verunglimpfte Meyer. Aber nachhaltig sollte es bitte schön sein - und vor allem ohne Etikettenschwindel. Den industriellen Massentierhaltern hatte Meyer Bestandsschutz versprochen – aber zugleich damit gedroht, ihnen die Lizenzen zu entziehen, wenn ihnen Missbrauch nachgewiesen werden kann. Sollten sich die nun aufgetauchten Vorwürfe erhärten, hätte der neue Minister also durchaus Möglichkeiten, diese Drohung umzusetzen.

dpa

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