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Panorama Sieben Tote bei Hubschrauber-Absturz in Südafghanistan
Mehr Welt Panorama Sieben Tote bei Hubschrauber-Absturz in Südafghanistan
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19:11 14.07.2009
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Nach Angaben der NATO und einheimischer Behörden starben dabei am Dienstag sechs Passagiere des Helikopters sowie ein Kind am Boden. Die radikalislamischen Taliban, gegen die Soldaten aus Großbritannien und den USA in der Region derzeit kämpfen, gaben an, den Helikopter abgeschossen zu haben.

Der Hubschrauber stürzte nahe eines Militärstützpunkts im Bezirk Sangin der südafghanischen Provinz Helmand ab. Wie viele Menschen an Bord saßen, war nach Angaben eines Sprechers der NATO-Truppe ISAF unklar. Bei den Passagieren habe es sich um Zivilisten gehandelt, die für die internationalen Streitkräfte in Afghanistan im Einsatz gewesen sein. Die Unglücksursache blieb demnach zunächst unklar.

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Taliban-Sprecher Jusuf Ahmadi sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Hubschrauber sei nach Schüssen von Kämpfern der Gruppe abgestürzt. „Wir haben ihn runtergeholt“, sagte er in einem Telefonat. In Helmand hatten britische Soldaten und die US-Truppen kürzlich Großoffensiven auf Hochburgen der Taliban gestartet.

Derweil meldeten die moldawischen Behörden, ein Hubschrauber eines moldawischen Luftfahrtunternehmens sei am Vormittag in Afghanistan von einer Rakete getroffen worden und abgestürzt. An Bord des Hubschraubers waren demnach sechs Zivilisten aus der Ukraine. Der Hubschrauber sei im Auftrag der internationalen Militärkoalition in einer humanitären Mission unterwegs gewesen. Ob es sich um den gleichen Absturz handelte, wurde zunächst nicht bestätigt.

Derweil wurden acht in Afghanistan getötete britische Soldaten in ihre Heimat überführt. Die mit der britischen Flagge bedeckten Särge wurden am Luftwaffenstützpunkt Lyneham im Südwesten Englands aus einem Transportflugzeug gebracht. Tausende Briten säumten die Straßen, als die Toten anschließend durch die Straßen der Kleinstadt Wootton Bassett gefahren wurden.

Die Soldaten, unter ihnen drei 18-Jährige, waren binnen nur 24 Stunden am Donnerstag und Freitag getötet worden. Seit 2001 wurden damit in Afghanistan 184 britische Armee-Angehörige getötet. Derzeit sind etwa 9000 britische Soldaten in Afghanistan stationiert, die meisten in Helmand.

In Washington appellierte US-Präsident Barack Obama an die Niederlande, die Teilnahme am Afghanistan-Einsatz nicht wie geplant im Sommer 2010 zu beenden. Anlässlich des Besuchs des niederländischen Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende im Weißen Haus sagte Obama, er verstehe, dass dies in den Niederlanden zu Kontroversen führen werde. Er setze aber auf die „Führungsqualitäten und Erfahrung“ der niederländischen Armee.

afp