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Panorama She's the One - Robbie Williams' "heimliche" Hochzeit
Mehr Welt Panorama She's the One - Robbie Williams' "heimliche" Hochzeit
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19:30 09.08.2010
Von Imre Grimm
Unter der Haube: Musiker Robbie Williams. Quelle: dpa
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Lustig ist ja immer dieses Wort „heimlich“. Robbie Williams hat „heimlich“ geheiratet. Gemein! Hat er natürlich nicht. Er hat 75 Freunden Bescheid gesagt und die Exklusivrechte für 1,2 Millionen Euro an das Klatschblatt „Hello“ verkauft. Und seine Mutter wird’s wohl auch gewusst haben. Nur die komplette Weltpresse vorab in Kenntnis zu setzen – das hat der feine Herr Sänger bedauerlicherweise versäumt. Was also tut die Weltpresse? Sie nimmt übel. Promi-Blogs und Celebrity-Magazine von Feuerland bis Tokio haben die Hochzeit von Mr. Robert Peter Williams und Mrs. Ayda S. Evecan, genannt „Field“, knörig zur zweitheimlichsten Hochzeit des Jahres erklärt – nach der Trauung von Chelsea Clinton vor zehn Tagen. Was bei der Deutschen Presse-Agentur in den schönen Satz mündete, um die Hochzeit hätten sich „die Gerüchte nur so gerankt“.

Am Montag kam dann die offizielle Bestätigung: Ja, sie haben „Ja“ gesagt, sagte Sprecher Murray Chalmers. Der 36-Jährige „Idiot aus Stoke-on-Trent“ (Williams über Williams) und die 31-jährige türkisch-amerikanische Schauspielerin haben sich am Sonnabend in Williams’ Haus in Beverly Hills das Jawort gegeben, ganz klassisch: er im schwarzen Smoking, sie in Weiß. Trauzeuge war Williams’ bester Freund Jonathan Wilkes, TV-Moderator und Musiker. Die Take-That-Kollegen waren nicht dabei, grüßten aber mit einem emotionalen Best-of-Karriere-Video. Damit hätte sich Williams dann also aus dem illustren Kreis der begehrtesten Junggesellen der Welt verabschiedet und lässt George Clooney, Prinz William und Robert Pattinson mit dieser Ehre allein.

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Für eine „heimliche Hochzeit“ freilich weiß man ziemlich viel über das junge Glück: Um die Fotografen zu verwirren, hatte Williams offenbar Gerüchte streuen lassen, man wolle auf der kleinen Insel Santa Catalina 32 Kilometer vor Los Angeles heiraten. Das muss ein lustiges Bild gewesen sein, als scharenweise Paparazzi mit der Kamera über der Schulter aus dem Boot hüpften und zwischen „Coyote Joe’s Bar & Restaurant“ und „Jack’s Country Kitchen“ nach einer Promihochzeit suchten. In Wahrheit scheuchte Mutter Janet (69) da schon längst die Mietkellner durch den Garten, während sich Robbie laut „Daily Mail“ mit ein paar DVDs mit englischen Fußball-Klassikern entspannte.

Wegen eines spontanen Nickerchens kam er zehn Minuten zu spät zu seiner eigenen Trauung.

Auf den Einladungskarten sei von einer Party zum „20. Bühnenjubiläum“ die Rede gewesen, hieß es. Aydas Ring habe 160 000 Pfund gekostet (rund 190 000 Euro). Das stark verpixelte Foto eines Paares ging um die Welt, das das Ehepaar Williams zeigen soll, aber eher einem vielfach kopierten pointillistischen Kunstwerk glich. Robbie und Ayda? Es könnten auch Lukas Podolski und Lena Meyer-Landrut sein.

Seit vier Jahren sind Field und Williams – der vor Jahren schon mal mit All-Saints-Sängerin Nicole Appleton verlobt und mit Rachel Hunter kurz davor war – ein Paar. Es soll Liebe auf den ersten Blick gewesen sein, damals, als sie sich 2006 bei einer Party gemeinsamer Freunde begegneten, mitten in einer schweren Robbie-Krise. Anschließend ließ Williams keine Gelegenheit aus, sein neues Glück in die Welt zu tragen, verzichtete allerdings darauf, auf einem weißen Sofa bei Oprah Winfrey herumzuhüpfen. In Interviews verriet er, dass Ayda sein „Schweizer Taschenmesser“ sei, eine patente Problemlöserin, eine Alleskönnerin. Die Sitcom-Schauspielerin hat Politik und Ökonomie studiert, spricht vier Sprachen fließend – und muss eine Wohltat sein für Williams’ erratisches Wesen. „Endlich ist Rob glücklich“, sagte sein Vater Peter Conway dem Boulevardblatt „News of the World“. „Bevor er Ayda traf, wusste er nicht, was es heißt, wirklich glücklich zu sein“, zitierte die „Daily Mail“ eine Freundin der Braut. Und selbst wenn die Zitate nicht stimmen, so sind sie doch zumindest schön erfunden.

Und so scheint es, als habe Williams, der in seinem ersten Solohit „Angels“ einst davon sang, mangels irdischer Liebe dann eben Engel lieben zu wollen, doch noch sein Glück im Diesseits gefunden. Nummer-1-Hits seien ihm nicht mehr so wichtig, hat er kürzlich gesagt. Der Entertainer, der mit einem Augenzwinkern 60 000 Menschen im Griff hat, kann ganz gut die Puschen hochlegen. Was aus dem Alltag des Paares nach draußen dringt, klingt sehr gesund: „Sie nennt mich ,besoffener Woohoo‘ und ,Nasebohrer‘, ich nenne sie ,Gehirn‘ und ,Busen‘“, sagte Williams jüngst in der britischen Talksendung „Loose Women“. „Wir stehen um halb zwölf Uhr auf und gehen um vier Uhr nachts ins Bett.“

Ob’s am Sonnabend nun wirklich Fish & Chips gab oder doch Garnelen, ob’s wegen Williams’ Drogenvergangenheit eine alkoholfreie Sause war oder nicht – am Ende ist nur wichtig, dass Robbie Williams, der ewig Suchende, der immer mit seinen Dämonen rang, jetzt ein Ehemann ist. „Wenn ich in meinen Kopf gucke, dann nur in Begleitung eines Erwachsenen“, hat er mal gesagt. Diesen Erwachsenen hat er gefunden. „Sie hat mich gerettet.“ Und was kommt jetzt? Nach Hochzeiten verlangt die Weltpresse reflexhaft nach Nachwuchs. Es sei schon ein „Babyzimmer“ eingerichtet worden, will die „Sun“ erfahren haben. „Definitiv“! Robbie habe sogar aufgehört zu rauchen! Am Sonnabend werde Aydas Schwangerschaft offiziell verkündet! Im Haus ihrer Mutter Gwen in L.A.! Ganz echt! Der Wahnsinn geht weiter.