Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Sextäter überfällt erneut Mädchen
Mehr Welt Panorama Sextäter überfällt erneut Mädchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 22.07.2009
Quelle: Tim Schaarschmidt
Anzeige

er 40-Jährige bedrohte am Dienstagnachmittag eine 16-jährige Radfahrerin im oberbayerischen Töging (Landkreis Altötting) mit einem Messer und versuchte sie in einem Maisfeld zu vergewaltigen.

Danach stach er auf sie ein, übergoss sie mit Benzin und flüchtete mit dem Fahrrad des Mädchens. Die Polizei nahm ihn kurze Zeit später im Zuge einer Großfahndung fest. Am Mittwochnachmittag erließ das Amtsgericht Traunstein gegen ihn einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes, versuchter Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung.

Anzeige

Die Schülerin wurde bei dem Überfall schwer verletzt. Sie habe eine Vielzahl von Stichverletzungen am Oberkörper sowie im Kopf- und Halsbereich erlitten, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein am Mittwoch mit. Die 16-Jährige befinde sich in stationärer Behandlung und sei inzwischen außer Lebensgefahr. Sie war auf dem Nachhauseweg von einer Reitstunde gewesen, als der 40-Jährige ihr auf einem Feldweg auflauerte.

Der Vorfall weist viele Parallelen zu einer Tat auf, die er im Jahr 2000 als Freigänger des Landeskrankenhauses Moringen begangen hatte. Damals hatte er auf einem Feldweg in Moringen eine 26-jährige Radfahrerin überfallen und versucht, sie in den Kofferraum zu zerren. Die Frau hatte sich nur aufgrund heftiger Gegenwehr befreien können und war da­durch einer Vergewaltigung entgangen. Das Landgericht Göttingen hatte ihn danach wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Bedrohung zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt und seine weitere Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Dort befand er sich be­reits seit 1992, nachdem ihn das Landgericht Hildesheim wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt und seine Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet hatte. Zuvor hatte ihn bereits das Amtsgericht Gifhorn wegen versuchter sexueller Nötigung in zwei Fällen zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Der Vorfall in Moringen ähnelte dem Handlungsmuster seiner früheren Taten. Die Göttinger Richter befanden deshalb, dass der Psychiatriepatient nicht an sich gearbeitet habe und eine hohe Wiederholungsgefahr bestehe. Deshalb müsse die Allgemeinheit weiter vor ihm geschützt werden.

Opferschutzorganisationen hatten damals gefordert, dass der Landeskrankenhauspatient nach dem Vorfall nicht weiter in räumlicher Nähe zu seinem Opfer untergebracht sein dürfe.

Daraufhin war der 40-Jährige von Moringen in eine psychiatrische Klinik im Saarland verlegt worden. Dadurch wurde das Landgericht Saarbrücken für die weitere Strafvollstreckung zuständig. Das Gericht erklärte im Februar 2006 die Unterbringung für erledigt. Dies hatte zur Folge, dass der Tatverdächtige aus der Psychiatrie in Strafhaft kam, aus der er im vergangenen Oktober entlassen wurde. Im Dezember zog der 40-Jährige nach Töging in Oberbayern, wo es jetzt zu dem neuen Überfall kam.

von Heidi Niemann