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Panorama Sechsjährige entführt, missbraucht, in Fluss geworfen – Prozess in Halle gestartet
Mehr Welt Panorama Sechsjährige entführt, missbraucht, in Fluss geworfen – Prozess in Halle gestartet
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11:11 01.06.2021
Der Angeklagte (Mitte) soll Ende 2020 in eine Wohnung eingebrochen sein und ein sechsjähriges Kind entführt und missbraucht haben.
Der Angeklagte (Mitte) soll Ende 2020 in eine Wohnung eingebrochen sein und ein sechsjähriges Kind entführt und missbraucht haben. Quelle: imago images/Christian Grube
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Halle

Wer sich anhand der düsteren Vorwürfe einen abgebrüht und rabiat daherkommenden Angeklagten vorgestellt hatte, wurde am Dienstag am Landgericht in Halle überrascht: Herein trat in Hand- und Fußfesseln ein kleiner, verschüchtert wirkender junger Mann. Von außen betrachtet deutet nichts an dem 25-Jährigen auf die Brutalität und Kälte hin, mit der er gegen ein sechsjähriges Mädchen vorgegangen sein soll. Mit zittriger Stimme macht er Angaben zu seiner Person - demnach ist er ledig und selbst Vater eines Kindes. Sein verschreckter Blick wandert immer wieder durch den vollbesetzten Prozesssaal. Die Hände und Füße winden sich permanent.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Menschenraub, Entziehung Minderjähriger, sexuellen Missbrauch von Kindern sowie versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Angeklagter soll das Mädchen missbraucht haben

Er soll im Dezember 2020 über ein angekipptes Fenster in eine Wohnung in Halle eingedrungen sein. Dort soll er laut Anklageschrift im Kinderzimmer die Sechsjährige aus dem Bett gehoben und gesagt haben, dass er ihr Stiefbruder sei und nun mit ihr an der Saale Entennester beobachten wolle.

Anschließend habe der Angeklagte mit dem Mädchen die Wohnung verlassen. In einer Seitenstraße soll er dann das nur mit einem Schlafanzug bekleidete Kind missbraucht haben. Daraufhin sei er mit ihm auf dem Arm durch die Innenstadt von Halle bis zur Saale gelaufen. Dort habe er mit einem Schal versucht, das Kind zu erdrosseln, heißt es in der Anklageschrift. Anschließend soll er das Mädchen in die Saale geworfen haben, um es zu töten und so seine Straftaten zu verdecken.

Das Medieninteresse an dem Fall ist groß. Pressevertreter stehen im Landgericht Halle und warten auf den Beginn des Prozesses. Quelle: imago images/Christian Grube

Jogger retten Kind das Leben

Dass das Kind überlebte, verdankt es zwei Joggern, die an diesem Morgen unterwegs waren. Sie hörten die Schreie des im Fluss treibenden Mädchens und zogen das stark unterkühlte Kind aus dem eiskalten Wasser.

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Ist der Angeklagte schuldfähig?

Zu Prozessbeginn am Dienstag beantragte der Verteidiger des Angeklagten, die Öffentlichkeit von der gesamten Hauptverhandlung auszuschließen. Der Grund: Er ziehe eine Unterbringung seines Mandanten in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht. Ein dazu angefertigtes Gutachten stelle vorläufig fest, dass sein Mandant zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig war.

Die Staatsanwaltschaft und die Vertretung der Nebenklage stimmten dem Antrag zum Ausschluss der Öffentlichkeit zu. Die gesamte Familie sei schwer traumatisiert, sagte die Anwältin. Es müsse daher nicht jede Einzelheit in die Öffentlichkeit getragen werden. Priorität habe der Schutz des Kindes und der Familie, bekräftigte der Staatsanwalt. „Insofern halte ich den Antrag für begründet.“ Erst bei der Verkündung des Urteils soll laut Vorsitzendem Richter die Öffentlichkeit wieder im Gerichtssaal zugelassen sein.

RND/dpa

Der Artikel "Sechsjährige entführt, missbraucht, in Fluss geworfen – Prozess in Halle gestartet" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.