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Panorama Sechs Millionen Menschen sitzen im Dunkeln
Mehr Welt Panorama Sechs Millionen Menschen sitzen im Dunkeln
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20:24 09.09.2011
In San Diego fielen Ampeln aus, Fluggesellschaften strichen wegen des Stromausfalls Verbindungen, einige Bahnhöfe mussten vorübergehend schließen. Quelle: dpa
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Los Angeles

In mehr als 1,4 Million Haushalten an der US-Westküste ist am Donnerstagabend der Strom ausgefallen. Der massive Blackout in Südkalifornien im Raum San Diego wurde durch eine Panne bei der Stromzulieferung aus dem Nachbarstaat Arizona ausgelöst. Der dortige Stromversorger APS teilte mit, dass das Netz vermutlich durch Arbeiten in einem Umspannwerk zum Erliegen kam. Von dem Stromausfall waren nach Angaben der Behörden auch Teile Arizonas und Mexikos betroffen. Insgesamt waren von dem Black-Out beinahe sechs Millionen Menschen betroffen.

In der Millionenstadt San Diego fielen Ampelanlagen aus, es kam an vielen Stellen zu Verkehrsstaus, berichtete die Zeitung „San Diego Union Tribune“. Flüge wurden gestrichen und einige Bahnhöfe mussten schließen. Laut einer Warnmeldung auf der Internetseite war der San Diego International Airport ohne Licht. Abflüge am Donnerstagabend wurden gestrichen, einige Flugzeuge sollten noch landen dürfen.

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Dutzende Menschen mussten aus Aufzügen befreit werden. In den Vergnügungsparks SeaWorld und Legoland mussten einige Besucher aus Achterbahnen befreit werden, schrieb die Zeitung „San Diego Union Tribune“. San Diego Gas & Electric (SDGE) rief die betroffenen Kunden dazu auf, den Abend zu Hause zu verbringen. In einem Atomkraftwerk nahe der kalifornischen Stadt San Clemente führte der Stromausfall zur vorsorglichen Abschaltung von zwei Reaktoren. Nach Angaben des Energieversorgers würden die Reaktoren noch einige Tage abgeschaltet bleiben, berichtete CNN weiter.

Erst am Freitagabend teilte SDGE mit, dass die Stromversorgung wiederhergestellt ist. Im Südwesten der USA ist es derzeit sehr heiß, die Klimaanlagen laufen in Privathäusern und Bürogebäuden ununterbrochen. „Mehrere heiße Tage hintereinander, wie wir sie hatten, führen dazu, dass viel Strom fließt“, erklärte SDGE. „Das könnte Auswirkungen gehabt haben.“ Der Stromversorger rief alle Kunden auf, vorerst weiter auf ihre Klimaanlagen zu verzichten, um einen erneuten Stromschub und mögliche Überlastung der Netze zu verhindern.

Parallel zur Hitze im Südwesten, haben neue heftige Regenfälle den Nordosten der USA erneut in den Ausnahmezustand gestürzt: Bis zum Freitag trieb Tropensturm „Lee“ mehr als 120.000 Menschen in die Flucht, mindestens acht Menschen starben. Straßen und Schulen wurden geschlossen, ganze Häuser von den Fluten mitgerissen. Besonders schwer betroffen sind die Bundesstaaten Pennsylvania und New York. US-Präsident Barack Obama erklärte für die beiden Staaten den Notstand. In Pennsylvania erreichte der Fluss Susquehanna nach heftigen Regenfällen Rekordhöhe. Wie der US-Sender ABC meldete, wurden in der betroffenen Region fünf Menschen getötet. Ein achtjähriger Junge starb, als er während des Sturms in einen Gully eingesogen wurde.

Barbara Munker