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Panorama Schwere Unwetter in Nordrhein-Westfalen
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07:35 04.07.2009
Schwere Unwetter haben am Freitag in Nordrhein-Westfalen viele hundert Einsätze von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Quelle: ddp
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Die Autobahn 44 musste gesperrt werden, darunter die Zufahrt zum Flughafen Düsseldorf. Der Flugbetrieb wurde für 80 Minuten eingestellt.

Stark betroffen waren auch die Städte Viersen, Recklinghausen, Krefeld, Gelsenkirchen und Duisburg. Polizei und Feuerwehr rückten landesweit zu weit mehr als 1000 Einsätzen aus. Vielerorts liefen Keller voll, mehrere Autobahnabschnitte wurden ebenso gesperrt wie ganze innerörtliche Straßenabschnitte, die überflutet worden waren. Oftmals konnte das Kanalnetz die Wassermassen nicht fassen, so dass Kanaldeckel hoch gedrückt wurden.

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In Düsseldorf standen Tiefgaragen bis zu 1,50 Meter unter Wasser. Im Dominikus Krankenhaus wurde der Kellerbereich überflutet, wie die Stadt mitteilte. Die Feuerwehr wurde zu rund 350 Einsätzen gerufen. Beim Blitzeinschlag in ein Haus wurde ein Mann verletzt. In Duisburg wurden Polizei und Feuerwehr von Notrufen “überrannt“, wie die Polizei mitteilte.

Auch der Bahnverkehr wurde durch die Unwetter stark beeinträchtigt durch Unterspülungen, Blitzschlag und Ästen auf Oberleitungen. Betroffen waren einem Bahnsprecher zufolge vor allem das Rheinland, Düsseldorf, Duisburg und Essen sowie Gelsenkirchen. Die Störungen dauerten auch am Abend noch an. Weil auch die Hauptlinie Düsseldorf Richtung Duisburg und Dortmund betroffen war, gab es im überregionalen Zugverkehr in Richtung Hannover und südlich nach Frankfurt am Main zum Teil erhebliche Verspätungen.

Die Bahn riet Reisenden, die ihre Fahrt noch vor sich haben, sich im Internet über die Details noch bestehende Störungen zu informieren. Zwar seien viele Reparaturteams unterwegs, es sei jedoch noch eine Weile mit Beeinträchtigungen zu rechnen.

Am Düsseldorfer Flughafen wurde der Flugbetrieb zwischen 18.00 und 19.20 Uhr eingestellt. Zwei Maschinen wurden nach Köln/Bonn umgeleitet. Die Flughafenfeuerwehr musste mehrere Gebäude auspumpen, in Tiefgaragen, Hallen und im Ankunftsbereich war Wasser gelaufen. Die Flugbetrieb normalisierte sich am Abend langsam wieder. Die Flugsicherung beantragte bei der Luftaufsicht eine Ausnahmegenehmigung für Starts bis 23.30 Uhr und Landungen bis 0.30 Uhr.

In einigen Regionen gingen binnen kurzer Zeit 50 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Ursache für die Unwetter ist nach Angaben des DWD ein „brachialer Luftmassen-Austausch“. Für das Wochenende rechnen die Experten mit angenehm ruhigem Sommerwetter bei Höchstwerten von bis zu 26 Grad. In der kommenden Woche soll polare Kaltluft dann für einen spürbaren Temperaturrückgang sorgen.

ddp