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Panorama Bauer findet zufällig riesigen Münzschatz
Mehr Welt Panorama Bauer findet zufällig riesigen Münzschatz
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16:43 19.11.2015
Ein Schweizer Bauer entdeckte bei Ueken 4166 gut erhaltene Münzen aus der Römerzeit. Auf dem Foto ist ein kleiner Teil des Münzschatzes von Ueken in unrestauriertem Zustand (undatierte Aufnahme). Quelle: Kanton Aargau/Béla Polyvàs/dpa
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Aarau

Unter einem Maulwurfshügel auf seiner Kirschplantage hat ein Schweizer Bauer einen spektakulären Münzschatz entdeckt: 4166 Geldstücke aus der Römerzeit mit einem Gewicht von 15 Kilogramm. Es handle sich um einen der größten Münzschätze, die jemals in der Schweiz entdeckt worden seien, teilte das Amt für Archäologie des Kantons Aargau am Donnerstag mit.

Münzen mit hohem Silbergehalt

Die Münzen stammten aus der Zeit um 295 nach Christus, sagte Kantonsarchäologe Georg Matter. Es seien hochwertige Bronzemünzen mit einem vergleichsweise hohen Silbergehalt von fünf Prozent. Der Landwirt war auf seiner Plantage auf dem Chornberg in Ueken (Kanton Aargau) durch ein "grünliches Schimmern" auf den Maulwurfhügel aufmerksam geworden.

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Da nur wenige Monate zuvor im nahe gelegenen Frick eine römische Siedlung ausgegraben worden war, wandte sich der Finder an die Behörden. "Was wir dann in drei Tagen freilegen, dokumentieren und bergen konnten, übertrifft alle Erwartungen", sagte Matter. Die Fachleute gehen davon aus, dass die Münzen kurz nach der Prägung vergraben worden waren. Über den damaligen Wert könne man nur Vermutungen anstellen. Nach Einschätzung der Kantonsarchäologie Aargau muss es sich damals "um ein beträchtliches Vermögen in der Größenordnung von einem bis zwei durchschnittlichen Jahreseinkommen gehandelt haben".

Fund gehört der Allgemeinheit

Wer die Münzen aus welchem Grund vergrub, ist ebenfalls unklar. Die Archäologen glauben, dass der Besitzer die Münzen gezielt ausgesucht habe, um sie zu horten. "Das enthaltene Silber garantierte in der damals wirtschaftlich unsicheren Zeit wohl einen gewissen Werterhalt." Nach Schweizer Recht gehört der Bodenfund der Allgemeinheit. Der Münzschatz soll in einem Museum gezeigt werden.

dpa/wer

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