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Panorama Für den Wolf wird es schmerzhaft
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00:16 07.03.2016
Von Heiko Randermann
Dem auffälligen Wolf aus dem Munsterraner Rudel soll jetzt mit Gummischrot wieder Respekt vor dem Menschen eingebläut werden. Quelle: Symbolbild dpa (Archiv)
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Hannover

Mehrfach hatte sich der Rüde aus dem Munsteraner Rudel auf weniger als zwei Meter an Menschen herangewagt. Kein normales Verhalten für ein eigentlich sehr scheues Tier wie dem Wolf, hatte das Umweltministerium in Hannover geurteilt und deswegen entschieden, den Wolf vergrämen zu lassen. Das bedeutet, dass dem Tier Schmerzen, etwa durch Gummischrotladungen, zugefügt werden, damit er wieder Angst vor dem Menschen entwickelt und künftig auf Abstand bleibt.

Den Job erledigen soll ein schwedischer Experte - in Deutschland gibt es noch niemanden, der Erfahrungen mit dieser Aufgabe hat, erklärte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel. Der Schwede soll am Wochenende losziehen und ein paar Tage im Heidegebiet unterwegs sein. Wann und wo der Mann auf die Pirsch geht, will das Land nicht preisgeben. 

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Den Wolf zu finden soll dabei nicht zu schwer sein: Das Tier trägt einen Sender, der sowohl von sich aus Signale absenden kann als auch angepeilt werden kann. Mit dem Schweden sollen auch Mitarbeiter des Landes Niedersachsen mitgehen, um ihrerseits zu lernen, wie eine Vergrämung funktionieren kann. Wichtig ist, dass er sich dem Menschen zunächst nähert und dann Schmerzen erfährt, um daraus zu lernen. Ein Beschuss aus der Ferne würde also nichts bringen.

Ob die Maßnahme letztlich Früchte trägt, müsse man abwarten, sagt Wenzel. "Wir hoffen, dass die Maßnahme Erfolg haben wird", sagte der Minister. Sollte das Tier dennoch weiter die Nähe des Menschen suchen, bereite das Land derzeit auch die Entnahme des Wolfes vor. Das bedeutet, dass er entweder eingefangen und in ein Gehege gesperrt oder sogar geschossen wird. Dafür müssen vor allem rechtliche Hürden genommen werden, denn der Wolf darf eigentlich nicht gejagt werden.

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