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Panorama Schwangere Kate steht unter königlichem Druck
Mehr Welt Panorama Schwangere Kate steht unter königlichem Druck
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16:44 05.12.2012
Wichtigste Aufgabe: Ein gesundes Kind zur Welt bringen. Herzogin Kate Middleton steht nicht nur in der royalen Familie unter großem Druck. Quelle: dpa
London

Vor dem Krankenhaus campieren Kamerateams aus aller Welt und berichten rund um die Uhr. Selbst vor einem Trickanruf schrecken Reporter nicht zurück, um Informationen über die schwangere Kate zu bekommen. Und das ist womöglich nur der Anfang: In den kommenden Monaten wird die Frau des Zweiten der britischen Thronfolge wohl nur Dank extremer Anstrengungen des schützenden Teams um sie herum zur Ruhe kommen. Nach der Geburt dürften Erziehungsmethoden im Scheinwerferlicht stehen. Mehr oder weniger unfreiwillig hat Herzogin Kate die Hauptrolle in einer der größten „Seifenopern“ des weltweiten Boulevard-Dschungels bekommen.

Das ist längst nicht der einzige Druck, der auf der 30-Jährigen lastet. Auch ihre Rolle als Frau innerhalb des Gefüges der Königsfamilie und deren Traditionen muss sie spielen. Die im Jahr 2012 völlig a-historisch erscheinende, aber wichtigste Erwartung an sie hat sie erfüllt: Sie ist schwanger. Wenn alles gut geht, wird sie im Sommer einen Thronfolger zur Welt bringen. Schwer vorstellbar, was sie hätte aushalten müssen, wenn es mit dem Nachwuchs nicht klappt.

Druck von außen und innen: Wie geht die schmale, aus reichem, aber bürgerlichem Haus stammende Kate damit um? Und wie kann Prinz William es schaffen, dass ihr kein ähnliches Schicksal widerfährt wie seiner Mutter Diana, die selbst kurz vor ihrem Tod von Paparazzi verfolgt wurde - und die gleichzeitig unter dem Druck aus der Königsfamilie heraus beinahe zusammenbrach?

Innerhalb der Königsfamilie soll Kate sehr beliebt sein. Queen Elizabeth II. nahm sie schon häufiger zu offiziellen Auftritten mit. Mit Blick auf die Medien haben sich William und Kate offenbar auf eine Strategie geeinigt. Sie geben Informationen heraus und lassen wenig Boden für Spekulationen. Freundlich, aber sehr bestimmt verbitten sie sich zu starke Eingriffe in ihr Privatleben.

Nie plaudern sie unbedacht drauf los, wie es vor allem während des Rosenkriegs zwischen Williams Eltern Diana und Prinz Charles in den 1990ern vorkam. Gleichzeitig haben ihre Presseleute die Präsenz im Internet und in sozialen Netzwerke ausgebaut und erwecken damit den Eindruck, das Paar sei sehr zugänglich.

Das kommt gut an - und hat bisher geklappt. Als im September von einem Fotografen geschossene Oben-Ohne-Bilder von Kate in Frankreich auftauchten, druckte die einst berüchtigte und mittlerweile vom Medienskandal gezeichnete britische Presse die Fotos nicht. Zu groß ist die Angst, vom Palast geächtet zu werden.

Doch mit Kates Schwangerschaft wächst das Interesse an dem Paar sowohl in Großbritannien als auch weltweit. Die Entscheidung, die frohe Botschaft am Montag noch vor der kritischen 12-Wochen-Grenze zu verkünden, könnte daher unterschiedlich gedeutet werden.

Weil Kate wegen ihrer schweren Übelkeit in ein Krankenhaus musste, sollen die beiden befürchtet haben, dass Medien Wind von der Sache bekommen könnten. War es ein Ausdruck von Nervosität oder eine selbstsichere „Angriff ist die beste Verteidigungs“-Taktik trotz aller Risiken? Das muss sich zeigen.

Derzeit sieht es so aus, als ob Kate und William daheim nicht allzu viel zu fürchten hätten. Die Monarchie ist beliebt wie selten, die einst gnadenlose Boulevardpresse wird unter eine neue Selbst- Überprüfung gestellt und hält sich in Bezug auf die Royals zurück.

Doch welche Gefahr droht von anderer Seite? Die Zeitung „Evening Standard“ wies auf die sich ändernden Zeiten hin: „In einer völlig globalen Medienwelt wird das Leben des Babys wie kein anderes inspiziert werden.“ Die Radiomoderatoren, die mit verstellten Stimmen im Krankenhaus angerufen haben, kamen aus Australien. Am Mittwoch entschuldigten sie sich: „Wir waren selber überrascht, dass unser Anruf durchging. Es tut uns sehr Leid, wenn wir Probleme verursacht haben. Und wir sind sehr froh zu hören, dass es Kate gut geht.“

dpa/sag

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