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Panorama Schülerin auf Anordnung bespuckt?
Mehr Welt Panorama Schülerin auf Anordnung bespuckt?
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18:12 14.05.2012
Von Karl Doeleke
Foto: Eine Erzieherin soll Klassenkameraden einer Zweitklässlerin dazu angestiftet haben, ihre Mitschülerin zu bespucken.
Eine Erzieherin soll Klassenkameraden einer Zweitklässlerin dazu angestiftet haben, ihre Mitschülerin zu bespucken. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Braunschweig

Eine Erzieherin aus Braunschweig soll von den Kindern einer Grundschulklasse verlangt haben, eine Mitschülerin zu bespucken - das jedenfalls behauptet die Mutter des siebenjährigen Mädchens, das Opfer der pädagogisch zweifelhaften Strafaktion geworden sein soll. Die Polizei ermittelt gegen die Erzieherin unter anderem wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen und der Anstiftung zur Beleidigung. Polizeisprecher Joachim Grande betont aber: „Der Fall ist sensibel. Es gibt unterschiedliche Darstellungen der Ereignisse.“

Der Vorfall soll sich nach der Version der Mutter am vergangenen Mittwoch nach Unterrichtsschluss ereignet haben. Die Tochter war demnach mit einer Mitschülerin in Streit geraten, und beide Mädchen sollen sich auch gegenseitig bespuckt haben. Zur Strafe sollte die Tochter die Schulregeln abschreiben, was das Mädchen verweigerte.

Über den weiteren Verlauf der Ereignisse gibt es verschiedene Schilderungen: Die Erzieherin packte die Zweitklässlerin daraufhin am Arm, zerrte sie in die Mitte des Raumes und forderte die 21 übrigen Kinder auf, einen Kreis um das Mädchen zu bilden - das gab die Mutter in ihrer Anzeige gegenüber der Polizei an. Dann sollten die Schüler die Siebenjährige bespucken.

Laut Polizeisprecher Grande schildert die erfahrene Erzieherin die Ereignisse etwas anders - der Polizeisprecher wollte jedoch nicht sagen, inwiefern sich die Darstellungen beider Frauen widersprechen. Die Anhörung der Kinder stehe noch aus; deren Schilderungen sollen nicht durch Darstellungen von außen beeinflusst werden. „Es handelt sich um Siebenjährige“, sagte Grande, „wobei Kinder gute Beobachter sind und grundsätzlich auch die Wahrheit sagen“.

Die Erzieherin wurde umgehend von ihrem Arbeitgeber beurlaubt - dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, der in der Nachbarschaft einen Kindergarten betreibt. „Wir haben die Mitarbeiterin, bis alles geklärt ist, erst einmal aus dem Betreuungsbereich herausgenommen“, sagte der Geschäftsführer des Paritätischen in Braunschweig, Henning Eschemann. In der verlässlichen Grundschule hat die Frau nach Unterrichtsende regelmäßig Betreuungsstunden übernommen.

Sowohl die Schulleitung als auch Geschäftsführer Eschemann bestätigten, dass es „eine Spuckerei“ gegeben habe, wie Schulleiter Peter Schack sagt: „Ich weiß aber nicht, wie es genau abgelaufen ist.“

Geschäftsführer Eschemann warnt vor einer Vorverurteilung der Erzieherin. „Es wurde gespuckt. Ob das aber auf Veranlassung unserer Erzieherin geschehen ist, ist unklar“, sagte Eschemann. „Es gab eine Auseinandersetzung, die Erzieherin hat eingegriffen, nun gibt es unterschiedliche Darstellungen.“ Sein erster Eindruck sei: „Das war keine gezielte Aktion.“ Die Frau sei seit Jahren beim Paritätischen beschäftigt. „Es tut ihr richtig Leid.“ Ein Elternabend sollte am Montagabend dazu beitragen, Licht ins Dunkel zu bringen.

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