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Panorama Schüler auf Klassenfahrt mit Schweinegrippe angesteckt
Mehr Welt Panorama Schüler auf Klassenfahrt mit Schweinegrippe angesteckt
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20:14 11.06.2009
Ein Schild am Eingangstor zur Japanischen Internationalen Schule weist in Düsseldorf auf die Schließung bis zum Sonntag hin. Quelle: Henning Kaiser/ddp

Freundlich, aber bestimmt sperren zwei Schulangestellte in dunklen Anzügen, ebenfalls mit weißem Mundschutz sowie bunten Regenschirmen ausgestattet, den Eingang hinter einer hohen Hecke ab. Wer in der Schule anruft, hört ein Stimmengewirr. Es herrscht Notstand, obwohl Feiertag ist. Das Gesundheitsamt ist angerückt.

Mindestens 32 Kinder der japanischen Schule haben sich mit der Schweinegrippe angesteckt. Rund 300 Schüler, Angehörige und Geschwister müssen einen Rachenabstrich machen und werden auf das neue H1N1-Virus getestet. Mit den infizierten Schülern ist die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in Deutschland sprunghaft auf mehr als 100 angestiegen. Inzwischen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Schweinegrippe als Pandemie eingestuft - als Epidemie mit weltweiter Ausbreitung.

560 Kinder besuchen die japanische Schule. Gleich zwei Infektionsketten identifizierte das Gesundheitsamt. Ein sechsjähriger Junge war nach einem Urlaub auf der Mittelmeerinsel Malta erkrankt. Allein 25 Fälle traten aber in zwei sechsten Klassen auf, die vergangene Woche einen Busausflug unternommen hatten. Gesundheitsamtsleiter Heiko Schneitler vermutete eine Jugendherberge in Thüringen als Infektionsquelle.

Dass die japanische Gemeinschaft in Düsseldorf relativ unzugänglich ist, erweist sich nun als Fluch und Segen zugleich. Denn einerseits werde die Verbreitung des Virus innerhalb der engen Gemeinschaft so erleichtert, sagte Schneitler. Andererseits seien aber die Außenkontakte der Japaner begrenzt. Ganze Familien müssen nun mindestens eine Woche in Quarantäne zu Hause bleiben. Auch die erkrankten Kinder dürfen daheim genesen und müssen nicht ins Krankenhaus. „Kinder sind völlig hilflos in einer Umgebung, in der sie sich nicht sprachlich verständigen können“, sagte Schneitler.


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Trotz der beunruhigenden Situation verläuft der Massentest diszipliniert. Ein 40-jähriger Familienvater eilt mit Frau und achtjährigem Sohn zum Auto. Seine elfjährige Tochter gehe in die sechste Klasse und sei infiziert worden. „Auch wir müssen jetzt zu Hause bleiben und die Testergebnisse abwarten“, sagt er. „Viele Vorräte haben wir nicht“, sagt der Vater und lacht hinter seinem Mundschutz. „Aber wir hoffen, dass die japanische Regierung uns hilft.“ Ein anderer Vater sagt: „Meine Firma hat Verständnis, dass ich nicht zur Arbeit gehen kann.“

Das japanische Generalkonsulat arbeitet auf Hochtouren. „Wir liefern den Familien wichtige Medikamente nach Hause“, sagt ein Konsulatssprecher. Auch stehe genügend Impfstoff bereit. Sollten die Familien Lebensmittel und Wasser brauchen, will die japanische Gemeinde helfen. Und sollte sie an ihre Grenzen stoßen, dann sei auch die Stadt bereit einzuspringen, sagt Sprecher Kai Schumacher. Japanische Dolmetscher seien im Dauereinsatz. Die Labore arbeiteten unter Hochdruck an den Tests, sagt er.

Nirgendwo in Deutschland leben so viele Japaner wie in Düsseldorf und Umgebung. Rund 7600 wohnen allein in „Dyusseru“, wie die Japaner sagen. Die Rheinmetropole hat sich in Jahrzehnten zur Basis japanischer Unternehmen in Deutschland und Europa entwickelt. Das ist nicht zuletzt der ausgeklügelten Infrastruktur zu verdanken; so wurde die japanische Schule bereits 1971 eröffnet.

von Dorothea Hülsmeier

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